Alarmanlage defekt

Wertvolle Gemälde aus Pariser Museum gestohlen

Ausland
20.05.2010 21:15
Aus dem Pariser Musée d'Art Moderne, einem städtischen Museum, sind in der Nacht auf Donnerstag fünf wertvolle Kunstwerke von Picasso, Matisse, Braque, Modigliani und Léger gestohlen worden. Die Pariser Staatsanwaltschaft bezifferte den Wert der gestohlenen Bilder zunächst auf 500 Millionen Euro, korrigierte die Schätzung aber später auf rund 90 Millionen Euro. Der Täter, der durch ein Fenster ins Gebäude eindrang, hatte es leicht, denn die Alarmanlage war teilweise gestört...

Laut Angaben eines Polizeisprechers war der Täter in der Nacht durch ein eingeschlagenes Fenster in das Museum in der Nähe des Eiffelturms eingestiegen, eine Überwachungskamera filmte den maskierten Eindringling. Das Sicherheitssystem sei zuvor ausgeschaltet worden, daher wurde der Coup erst in der Früh entdeckt. Das Gebäude, gegenüber vom Eiffelturm gelegen, wurde abgeriegelt. Ermittler untersuchten die leeren Rahmen auf Spuren. Sie versuchten auch zu klären, ob der Täter tatsächlich alleine handelte.

Alarmsystem teilweise gestört
Am Donnerstagabend wurde dann bekannt, dass bereits seit Längerem ein Teil des Alarmsystems nicht funktioniert hat. Schon Ende März sei eine "teilweise Störung" des Systems in einem Teil des Museums festgestellt worden, erklärte der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe. Noch am gleichen Tag, dem 30. März, sei entsprechendes Ersatzmaterial angefordert worden, dieses sei laut Delanoe jedoch noch immer nicht "zufriedenstellend".

"Traurig und schockiert"
Bei den geraubten Werken handelt es sich um die Bilder "Le pigeon aux petits pois" von Picasso, "La pastorale" von Matisse, "L'olivier près de l'Estaque" von Braque, "La femme à l'éventail" von Modigliani und Légers Stillleben "Nature morte aux chandeliers" von Léger. Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe sagte, er sei "traurig und schockiert" über den Diebstahl in dem städtischen Museum. 

Bilder möglicherweise nicht versichert
Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" sind die Kunstwerke nicht versichert. "Diese Objekte sind nach unserem Kenntnisstand nicht versichert", zitiert das Blatt den Managing-Direktor beim größten Kunstversicherer Axa-Art, Stefan Horstehmke, in seiner Freitagausgabe. Die Axa-Art sei vom Museum angefragt worden, den Diebstahl mit aufzuklären.

Experte: Diebe sind "Dummköpfe"
Pierre Cornette de Saint-Cyr, der Direktor des Museums Palais de Tokyo, bezeichnete die Diebe als Dummköpfe. "Mit diesen Bildern kann man nichts anfangen", sagte De Saing-Cyr. "Alle Länder auf der Welt wissen davon und kein Sammler ist so dumm, ein Bild zu kaufen, das er erstens keinem anderen Sammler zeigen kann und bei dem er zweitens Gefahr läuft, im Gefängnis zu landen." Er rechne damit, dass die Werke wieder auftauchen. "Diese fünf Bilder sind unverkäuflich."

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