18.09.2019 12:27 |

Katias Kolumne

Wer traut sich, auf nächste Koalition zu wetten?

In eineinhalb Wochen wird gewählt und aus heutiger Sicht ist doch erstaunlich: Eine realistische Prognose, welche Koalition nach dem 29. September die Zukunft unseres Landes gestalten wird, kann auch kurz vor dem Urnengang keiner treffen. Nur der Kanzlersessel scheint schon besetzt.

Glaubt man den aktuellen Umfragen, wird Sebastian Kurz als Erster durchs Ziel laufen, und spätestens dann heißt es: Und nun, Sebastian, musst du dich entscheiden. Dieser hält sich ja mit öffentlich geäußerten Koalitionsvorlieben aus wahlstrategischen Gründen vornehm zurück. Ein Fehler: So ist es doch dem Wähler zuzumuten, dass er bereits vorab weiß, was er für seine Stimme bekommen wird. Ob Türkis-Blau oder Türkis-Grün macht nämlich schon einen großen Unterscheid. Einen sehr großen sogar.

Türkis-Blau 2.0 - kann das noch mal klappen?
Was für eine Neuauflage von Türkis-Blau spricht, ist, dass diese Variante während der Regierungszeit nicht nur beim Wählervolk beliebt war, sondern beide Parteien auch inhaltlich gut miteinander können. Viel verhandeln müsste man nicht mehr und beide könnten vom Fleck weg an den oftmals propagierten „erfolgreichen Weg“ nahtlos anknüpfen.

Dagegen spricht allerdings die nicht unbedeutende Außenwirkung. Das Revival nach all dem, was passiert ist, zu erklären, wäre eine kommunikatorische Kraftaufgabe. Aber: Dass die letzte Regierung vor allem Kommunikation und Inszenierung im kleinen Finger hat, ist auch kein Geheimnis.

Türkis-Rot - das kann doch nie klappen!
Zu groß sind zumindest auf den ersten Blick die inhaltlichen wie persönlichen Differenzen zwischen der ÖVP und der SPÖ. Zwar ist das Verhältnis zwischen SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und Kurz nüchterner und weniger spinnefeind wie zu ihrem Vorgänger Christian Kern, eine besondere Verbundenheit merkt man beiden dennoch nicht an. Außerdem würde eine „GroKo“ so gar nicht zu der großen Erzählung der Veränderung passen, auf die Sebastian Kurz setzt. Aus heutiger Sicht: Türkis-Rot ist tot. Außer, nach der Wahl übernimmt Hans Peter Doskozil die SPÖ. Dann könnte es noch einmal spannend werden.

Wetten auf die nächste Koalition werden angenommen
So berechenbar der Wahlausgang ist, so spannend dürften die anschließenden Koalitionsverhandlungen werden. Ich traue mich nicht, zu wetten, wer im Winter im Tapetenzimmer der Hofburg die Worte „Ich gelobe“ sprechen wird. Und Sie?

Katia Wagner

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