16.09.2019 20:24 |

Vermisste Salzburgerin

Österreich erhöht Druck auf ausländische Behörden

Seit mittlerweile 81 Tagen ist eine 28 Jahre alte Salzburgerin in Portugal wie vom Erdboden verschluckt. Die Flachgauerin war von einem Spaziergang mit dem Hund ihres Freundes nicht mehr zurückgekommen. Trotz vieler öffentlicher Aufrufe - auch in sozialen Medien - gingen zunächst keine Informationen zum möglichen Verbleib der jungen Frau ein. Doch nun kam offenbar neuer Schwung in die Ermittlungen - und Österreich erhöht den Druck auf die portugiesischen Behörden.

Was geschah beim Spaziergang Ende Juni in der Gegend um Pedralva in Portugal? Diese Frage beschäftigt nicht nur die verzweifelte Familie und Freunde der 28 Jahre alten Flachgauerin, sondern auch die Ermittler, die seither nach der Vermissten suchen.

Bei Spaziergang mit Hund spurlos verschwunden
Julia hatte am Tag ihres Verschwindens weder Ausweis noch Handy oder andere Habseligkeiten bei sich, als sie mit dem Beagle ihres Freundes Gassi ging. Vom Spaziergang kehrte sie nicht mehr zurück, der Vierbeiner wurde erst nach stundenlanger Suche gefunden - alleine, ohne Halsband und laut Aussage von Julias Freund „völlig verängstigt“. Einfach zurückgelassen hätte die 28-Jährige den Beagle nicht, zeigte er sich zuletzt im Gespräch mit der „Krone“ überzeugt.

Belohnung für Hinweise ausgelobt
Viele Szenarien wurden durchgespielt - an einen möglichen Suizid wollen die Angehörigen nicht glauben. Die Hoffnung: Dass die 28-Jährige womöglich aus Frust - ein Unfall mit dem Van, der der Flachgauerin als Schlafstätte und Zuhause diente (das Fahrzeug hatte danach nur noch Schrottwert), soll sie schwer getroffen haben - alleine freiwillig weitergereist ist. Doch wohin?
Mehrfach wurden Suchaufrufe im Netz gepostet, doch Anhaltspunkte gab es zunächst nicht. Julia blieb weiterhin wie vom Erdboden verschluckt. Die Familie lobte in der Folge sogar 5000 Euro Belohnung für Hinweise aus.

Mittlerweile gingen bei den portugiesischen Behörden jedoch mehrere Meldungen über mögliche Sichtungen der Flachgauerin ein. Diesen wird nun nachgegangen, sämtliche Informationen sollen geprüft werden. Im August will ein Deutscher die 28-Jährige in Begleitung eines Mannes beobachtet haben, der im Rotlicht-Milieu agiert. Einmal habe er Julia W.an der Algarve gesehen, einmal in Barcelona, gab der Deutsche an - Europol ist eingeschaltet.

„Großes Interesse, Fall aufzuklären“
„Die Salzburgerin ist seit mittlerweile 28. Juni als abgängig gemeldet. Eine lange Zeit“, erklärt der Sprecher des Außenamts, Peter Guschelbauer, gegenüber krone.at. „Natürlich sind wir auf die Ermittlungen der lokalen Behörden angewiesen. Wir machen da natürlich auch Druck, weil seitens Österreich größtes Interesse besteht, diesen Fall aufzuklären.“ Man stehe mit den ausländischen Behörden in engem Kontakt, ebenso auch mit den Eltern der vermissten jungen Frau, versicherte der Sprecher.

Ob sich unter den Meldungen womöglich eine erste heiße Spur zu Julia findet, werden die weiteren Ermittlungen klären müssen.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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