Enge Quali-Gruppe

Teamchef Foda: „Jetzt noch vier Finalspiele“

Österreichs Teamchef Franco Foda ist am Dienstag nach dem EM-Qualifikationsspiel in Polen (0:0) zwar nur mit einem Punkt im Gepäck, aufgrund der Leistung aber optimistisch in Wien gelandet. „Der Punkt kann am Ende des Tages sehr, sehr wichtig sein“, meinte der Deutsche. „Jetzt gibt es noch vier Finalspiele.“ Das erste davon am 10. Oktober in Wien gegen Israel mit Trainer Andreas Herzog.

Durch den 3:2-Sieg Sloweniens gegen Israel sind die Österreicher in der Gruppe G auf den dritten Rang abgerutscht. An der Ausgangsposition habe sich aber nichts Grundlegendes geändert. „Wir haben es in der eigenen Hand, das ist das Wichtigste“, betonte Foda. „Wir müssen nicht nach links und rechts schauen, sondern einfach so weiterspielen, wie wir das in den letzten vier Spielen gemacht haben.“ In diesen holte das ÖFB-Team zehn von zwölf möglichen Punkten.

Die Auftaktniederlagen im März gegen Polen und Israel wirken in der Tabelle weiterhin nach. „Wir stehen halt permanent unter Druck, weil wir in den ersten zwei Spielen keine Punkte geholt haben - und das verfolgt uns“, sagte Foda. Die Mannschaft habe aber bewiesen, dass sie mit Drucksituationen umgehen könne. Foda zur Stimmungslage im Land: „Nach den ersten zwei Spielen hat man schon wieder das Gefühl gehabt, wir sind meilenweit entfernt und die Welt geht unter. Und jetzt sind wir mittendrin und voll dabei.“

Das Schlüsselspiel könnte die Auswärtspartie am 13. Oktober beim aktuellen Tabellenzweiten Slowenien werden. Vorerst will sich Foda aber nur mit dem Duell mit Israel beschäftigen. „Dann muss man sehen, wie die Konstellation ist.“ Die Slowenen gastieren zeitgleich in Nordmazedonien. Auf Rechenspiele will sich Foda nicht einlassen. „Es bringt nichts, wenn die anderen Mannschaften für uns spielen, und wir die nötigen Punkte nicht holen.“

In Polen hätten es gut und gerne zwei mehr sein können. „Wir waren über 90 Minuten überlegen und die aktivere Truppe“, hielt Foda fest. „Wir hätten eigentlich drei Punkte verdient gehabt aufgrund der Spielanteile und Tormöglichkeiten.“ Die Effizienz im und rund um den Strafraum war aber wieder einmal das Thema. „Wir haben manchmal überkombiniert, wo wir vielleicht hätten den Torabschluss suchen müssen“, meinte der Teamchef.

In der ersten Hälfte hätte sein Team fast zu offensiv agiert. Man sei permanent angelaufen, eröffnete den sehr defensiv eingestellten Polen dadurch aber auch gefährliche Konterchancen - ein sehr riskantes Spiel. „Da hat die Balance gefehlt, da musste ich ein bisschen bremsen“, erklärte Foda. „Aber das ist die Identität der Mannschaft, sie wollen immer nach vorne spielen.“

Der Glaube an die eigenen Stärken sei groß. Dazu kommt laut Foda ein Reifeprozess. „Ich glaube, so ein Spiel hätten wir vielleicht vor ein paar Monaten noch verloren“, meinte der 53-Jährige. „Die Mannschaft ist viel stabiler geworden, sie ist gereift.“ Die Altersstruktur würde ihren Teil dazu beitragen. „Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen, dynamischen Spielern.“

Belebend wirkte sich in den vergangenen vier Partien etwa Mittelfeldmann Konrad Laimer aus. Auch Innenverteidiger Stefan Posch, der statt des angeschlagenen Martin Hinteregger erstmals von Beginn an spielte, überzeugte. „Es ist ganz wichtig, dass man Ausfälle auch verkraften kann, und dass man weiß, dass man junge Spieler hat, die man jederzeit bringen kann“, erklärte Foda. Das gilt auch im Hinblick auf eine mögliche EM-Teilnahme, bei der dann auch die derzeit verletzten Zukunftshoffnungen Xaver Schlager und Hannes Wolf wieder ein Thema sein könnten.

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