09.09.2019 08:00 |

Literaturhaus Graz

Das kommt im Herbst: Programm gegen die Routine

Mit der Begrüßung der neuen Stadtschreiberin - der belarussischen Lyrikerin Volha Hapeyeva - startet das Grazer Literaturhaus am Donnerstag in die neue Saison. Zahlreiche namhafte Literatinnen und Literaten werden ihr folgen. Und im steirischen herbst wirft man im Literaturhaus die „Weltmaschine: Österreich“ an.

„Wir wollen den Routinen, die in Literaturhäusern herrschen, so gut wie möglich entkommen“, erklärt Klaus Kastberger, Leiter des Grazer Literaturhauses, und ist sich bewusst, dass gerade im Herbst diese Versprechen schwer zu halten sind. Viele Neuerscheinungen heimischer Autoren bedeuten auch viele klassische Buchpräsentationen: „Aber auch hier versuchen wir weg vom klassischen Vortragsformat zu kommen und Besucher ins Gespräch mit Autorinnen und Autoren zu bringen“, sagt Kastberger.

Außerdem wolle man in der Programmierung „transparenter“ werden, erklärt er: „Wenn wir etwa junge Autoren mit ihren Debüts einladen, soll klar kommuniziert werden, wer aus unserem erweiterten Team für dieses Buch brennt, damit diese Begeisterung hoffentlich auch überspringen kann.“ Und auch die Reihe „Herzstücke“, in der Kritiker ihre Lieblingsbücher präsentieren, wird weitergeführt.

Verortung der österreichischen Literatur
Im steirischen herbst dann wirft man die „Weltmaschine: Österreich“ an und zieht Parallelen zwischen der zeitgenössischen Literatur Österreichs und Franz Gsellmanns Weltmaschine: „Beides sind gigantische Maschinen, die ohne Plan begonnen wurden und trotzdem irgendwann Sinn gemacht haben“, sagt Kastberger.

Die Frage sei nur: Wer schreibt diesen Sinn eigentlich fest? „Gsellmann selbst hat sich nie klar zur Bedeutung seiner Arbeit oder deren Nutzen geäußert. Nicht einmal der Name Weltmaschine kam von ihm.“ Mit ähnlicher Ratlosigkeit stehen bis heute viele auch vor der zeitgenössischen österreichischen Literatur: „Um sie zu fassen, bedient man sich gewisser Klischees, vor allem am bundesdeutschen Markt“, meint Kastberger. Immer noch sei hier von einer alpin-avandgardistischen Seltsamkeit die Rede, die nicht zuletzt von der Grazer Szene der 1970er geprägt und auch als Marketingmittel verwendet wurde.

Eröffnung mit der neuen Stadtschreiberin 
Doch stimmen dieses Klischees heute noch? Oder sind sie nur Ausdruck jener „Komfortzonen des Denkens“, denen der steirische herbst heuer nachgeht? Mit Gästen wie Franz Schuh, Clemens J. Setz, Alf Poier und anderen geht man dieser Frage in einem Mix aus Lesungen, Performances, Diskussionen und Exkursionen von 3. bis 5. Oktober nach.

Eröffnet wird die Saison am Donnerstag mit der Begrüßung der neuen Grazer Stadtschreiberin Volha Hapeyeva, die für Zeyn Joukhadar eingesprungen ist, der kurzfristig abgesagt hat. Die Lyrikerin beschäftigt sich in ihren Texten in schlichter Sprache mit komplexen Themen wie Krieg, Tod und dem Geschlechterverhältnis. Eine spannende Autorin für den Start in eine spannende Literaturhaus-Saison.

Alle Infos zum Herbstprogramm

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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