08.09.2019 06:02 |

Wegen „Imageproblem“

Rauchercafé-Chef feuerte schwangere Kellnerin

Als die Kellnerin eines Raucherlokals in Wien-Meidling schwanger wurde, reagierte der Geschäftsführer äußerst niederträchtig. Trotz Kündigungsschutzes warf er die werdende Mutter kurzerhand hinaus - samt skurriler Begründung. Der Fall kam vor Gericht, und die Arbeiterkammer Wien erstritt für die Frau insgesamt 7200 Euro.

Die Kellnerin war sieben Monate lang im Lokal beschäftigt, als sie schwanger wurde. Als sie dies dem Geschäftsführer bekannt gab, meinte dieser, dass sie nicht mehr zum Lokal passe. Seine Argumentation: Eine Mitarbeiterin müsse selbst rauchen und Alkohol trinken, um die Konsumation der Gäste zu steigern.

Gesetz ignoriert
Kurzerhand wurde der Frau gekündigt und die gesetzlichen Bestimmungen einfach ignoriert: Nachdem das gesamte Café ein Raucherlokal war, hätte die Mitarbeiterin bis zum Beginn des Mutterschutzes bei vollem Gehalt freigestellt werden müssen. Doch stattdessen blieb man der Frau einiges an Lohn schuldig.

Lohnzettel gefälscht
Vor Gericht stellte sich zudem heraus, dass die Frau nur geringfügig angemeldet war, obwohl sie Vollzeit gearbeitet hatte. Der Arbeitgeber versuchte das mit plump gefälschten Lohnzetteln zu verschleiern. Da es einer Kollegin ähnlich erging, vermutete das Gericht „Schwarzarbeit im großen Stil“. Letztlich erhielt die Frau den vollen Lohn bis zum Beginn des Mutterschutzes sowie fehlendes Überstundenentgelt zugesprochen.

Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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