29.08.2019 16:29 |

Vermeintliche Idylle

Industrieabwässer sorgen für weißen „Traumstrand“

Sieht man den malerischen weißen Sandstrand in Rosignano Solvay in der toskanischen Provinz Livorno, dann hat an unweigerlich Bilder, wie man sie sonst nur aus der Karibik kennt, vor Augen: weißer Sand und ein türkisblaues Meer. Vorausgesetzt, man blickt niemals landeinwärts, denn dort steht eine Fabrikanlage, die für das Weiß des Strandes verantwortlich ist …

Es handelt sich dabei um eine Soda-Fabrik, die dem Ortsteil Risignano Solvay auch seinen Namen gibt. Seit mittlerweile mehr als 100 Jahren leitet das Unternehmen die Rückstände seiner Soda-Produktion - unter anderem Kalkstein und Gips - in das Ligurische Meer und färbte damit mehrere Kilometer Strand weiß.

Gefahr für die Badenden bestehe aber nicht, versichert das Unternehmen. „Kalkstein und Gips sind ja völlig natürliche Materialien und chemisch nicht sehr aktiv“, zeigt sich auch der Bürgermeister der Gemeinde von der Ungefährlichkeit der Abwässer überzeugt. Auch laut Angaben der Behörden ist die Wasserqualität erstklassig.

Umweltaktivist: „Es ist eine Industrie-Müllhalde!“
Naturgemäß anders sieht das der Umweltaktivist Maurizio Marchi. „Seit einem Jahrhundert ist dieser Ort die Müllhalde der Firma. Es ist eine Industrie-Müllhalde!“, sagt er. Einige Umweltschützer glauben, dass in den Abwässern der Fabrik Schwermetalle enthalten sind. Doch die Touristen scheint all das nur wenig zu stören.

„Wir haben davon gehört, dass es hier in der Nähe eine Soda-Fabrik gibt. Und dass der Strand deshalb so schön weiß aussieht“, sagt ein Tourist. Er ist einer von vielen, die mit Sack und Pack kommen, Sonnenschirm und Liegen aufbauen und mit der Familie einen Tag am Meer verbringen. Viele dürften allerdings nicht wissen, warum der Strand von Risignano Solvay so blütenweiß ist …

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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