29.08.2019 15:15 |

In Leopoldskron

Schon Max Reinhardt hielt Flamingos am Schloss

Rauschende Feste, illustre Gäste: Festspiel-Gründer Max Reinhardt lud ab 1920 Künstler, Komponisten und Schauspieler aus aller Welt auf sein Schloss Leopoldskron, das er bereits während des Ersten Weltkrieges gekauft hatte. Im Garten gab es damals auch Flamingos.

Für seine rauschenden Feste in den Zwanziger Jahren war Regisseur Max Reinhardt um keinen Gag verlegen: So kaufte er sich auch in der Tierhandlung Ruhe in Alfeld mehrere Flamingos. Ludwig Ruhe handelte bis in die Siebziger Jahre mit allen Exoten: Ob Nashorn oder Sibirischer Tiger – Ruhe hatte alles vorrätig, bis das Artenschutzabkommen ihm einen Strich durch die Rechnung machte.

Mit Flamingos und einem barocken Figurentheater hatte Max Reinhardt hier auf Schloss Leopoldskron die teuerste und verrückteste Inszenierung seines Lebens abgeliefert. Sie sollte Reinhardt ruinieren, aber sie überlebte ihn auch.

Was mit den Flamingos geschah, ist unklar. Nach Max Reinhardt, der 1937 nach Amerika emigrieren musste, zog die NS-Gauleitung ins Schloss ein.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber
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