29.08.2019 06:33 |

„Falsche Fünfziger“

Falschgeld im Darknet: Kärntner wurde verurteilt!

Es wird so leicht gemacht - ein paar Mausklicks, eine nicht nachvollziehbare Finanztransaktion im Darknet und schon werden aus 26 echten Euro 50 Euro Falschgeld. Immer mehr junge Kärntner glauben so, ans große Geld zu kommen; so auch ein 20-Jähriger, der an einer Tankstelle mit falschen Fünfzigern bezahlen wollte.

„Geldfälschung ist kein Kavaliersdelikt und vom Gesetzgeber unter besonders strenge Strafe gestellt“, erklärt Richter Uwe Dumpelnik beim Prozess in Klagenfurt. Bis zu zehn Jahre Haft kann es einbringen, wenn man wissentlich mit Falschgeld arbeitet. Der junge Angeklagte zieht den Kopf zwischen die Schultern. Er ist den Verlockungen der dunklen Seite des Internets, des Darknets, erlegen. Ein bisserl mit Suchtgift experimentiert, dann Blüten bestellt.

Selbst ausgedrucktes Falschgeld
Verbotene Seiten liefern Software und Vorlagen für Falschgeld, das sich selbst ausdrucken lässt. Fast immer sind es 50-Euro-Banknoten, mit denen sich vorwiegend junge Erwachsene das Freizeitbudget auffetten wollen. „Es mehren sich die Fälle“, weiß auch Staatsanwältin Sarah Katschnig. Der junge Villacher hatte versucht, bei Tankstellen damit zu bezahlen.

Falschgeld: Kärntner verurteilt
„Ich schwöre, dass ich das nie mehr machen werde“, sagt er treuherzig. „Ach, Sie wissen, wie das mit den Schwüren ist“, seufzt Rat Dumpelnik. „Lassen’s einfach die Finger vom Darknet, da kommt nichts G’scheites raus.“ Die Strafe fällt angesichts des reumütigen Geständnisses und einer eingeschränkten Dispositionsfähigkeit milde aus: Sechs Monate bedingt, dazu Bewährungshilfe, um den rechten Weg auch abzusichern.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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