28.08.2019 06:00 |

Besuch in der „Krone“

FP-Stadträtin Nittmann - Es gibt sie wirklich!

Es gibt sie wirklich! Politische Lebenszeichen von ihr haben den Seltenheitswert einer UFO-Sichtung. Jetzt besuchte uns die „unsichtbare“ Stadträtin Ulrike Nittmann von der FPÖ in der „Krone“.

„Krone“: Frau Nittmann, Sie haben den Spitznamen „Die Unsichtbare“, weil sie als nicht amtsführende Stadträtin nicht präsent sind. Haben Sie den Begriff Transparenz vielleicht zu wörtlich genommen?
Ulrike Nittmann: Das ist das richtige Stichwort. Transparenz ist mir ein wichtiges Anliegen. Ich bin ja als nicht amtsführende Stadträtin bei der FPÖ zuständig für die Finanzen. Was wir seit Jahren kritisieren, ist die mangelnde Transparenz bei den Subventionen. Die Gelder versickern in den Strukturen und kommen nicht da an, wo sie hingehören, nämlich bei den Menschen.

Mit der eigenen Transparenz nimmt es die FPÖ nicht so genau. Der Rechenschaftsbericht zu den Parteispenden liegt immer noch nicht vor.
Wir sind extrem transparent. Ich bin ja Landespolitikerin, aber habe dem ORF-„Sommergespräch“ mit Norbert Hofer entnommen, dass er demnächst veröffentlicht wird. Alles zu seiner Zeit.

Bleiben wir bei Ihrer Arbeit. Bislang haben wohl nur besonders Politik-interessierte Wiener von Ihnen zwei Wortmeldungen im Gemeinderat, eine Aussendung und eine schlechte Idee mitbekommen. Ist das genug für die 45.000 Euro, die Ihr Gehalt der Stadt bislang gekostet hat?
Ich bin Ende März angelobt worden, und dann kamen die Debatten zum Stadtbudget, das ich übrigens für unseren Gemeinderatsclub aufbereitet habe. Wir sind 34 Abgeordnete, jeder möchte gerne reden, das Rederecht ist aber relativ kurz. Außerdem haben wir uns das ja nicht ausgesucht, dass wir nicht amtsführende Stadträte sind. Ganz im Gegenteil. Wir fordern seit Jahren Ressorts. Es liegt ja an der Landesregierung.

Aber wenn ich mir Ihre Idee ansehe, nämlich ein nächtliches Männerverbot in einigen U-Bahn-Waggons, könnte man vielleicht sogar froh sein, dass Sie keine amtsführende Stadträtin sind, oder?
Da bin ich total missinterpretiert worden. Wir sind eine Sicherheitspartei, viele Frauen sind Opfer von Gewalttätigkeiten. Der Diskussionsvorschlag war, dass man zu nächtlicher Stunde Räume schafft, in denen Frauen die Möglichkeit haben, leichter in die U-Bahn zu steigen. Das ist wie bei Frauenparkplätzen oder Sportstudios nur für Frauen oder Frauen-WCs.

Was wurde da falsch interpretiert? Sie haben Ihren Vorschlag ja jetzt genauso wiederholt.
Es ging darum, diskutieren wir über das Sicherheitsbedürfnis von Frauen. Ich fahre relativ selten mit der U-Bahn, weil ich nicht ausgehe, aber ich höre es von jungen Leuten: Sie fahren in der Nacht und fühlen sich nicht wohl, wenn sie in der U-Bahn sitzen und eine Männergruppe steigt ein. Da könnte der erste Waggon für Frauen sein, wie bei einem Damen-Klo. Aber ich will ja kein Männerverbot.

Das verstehe ich nicht. Aber wie auch immer. Welche Pläne haben Sie noch?
Ich stecke derzeit viel Arbeit in die U-Kommission, die Geldflüsse in parteinahe Vereine untersucht.

Das ist prinzipiell gegen die SPÖ gerichtet, kann sich in Ibiza-Zeiten für die FPÖ aber auch als Bumerang erweisen, oder?
Wir reden jetzt von den parteinahen Vereinen in Wien.

Ach so. Na dann.
Wir haben da diesbezüglich überhaupt nichts und legen die wenigen Vereine, die wir in Wien haben, jederzeit offen. Ich sehe dem gelassen entgegen. Und auf Bundesebene gibt es vielleicht Schlagzeilen, aber keine strafrechtlichen Ergebnisse.

Die Ermittlungen haben ja auch erst begonnen.
Gott sei Dank haben wir einen Rechtsstaat. Da werden Ermittlungen geführt, und es wird nichts herauskommen.

Das wissen Sie woher?
Ich bin überzeugt davon.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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