25.08.2019 13:36 |

Weitere ÖVP-Bedingung

Türkis-blaue Neuauflage? Blümel geht auf Distanz

Mit wem wird die ÖVP nach der Nationalratswahl am 29. September weiterregieren? Für die FPÖ ist die Antwort auf diese Frage glasklar: mit der ÖVP. Diese stellt aber umgekehrt eine Bedingung nach der anderen für eine Neuauflage von Türkis-Blau. Am Sonntag ging man erneut auf Distanz zu den Freiheitlichen, denn der ehemalige Kanzleramtsminister Gernot Blümel stellte in einem Interview eine weitere Bedingung ...

„Im Nachhinein ist man immer g‘scheiter. Im Vorhinein kann man in niemanden hineinschauen“, sagte Blümel gegenüber der „Presse“ auf die Frage, ob die Koalition mit der FPÖ ein Fehler war. Und verlangte dann, dass vor einer Fortsetzung der Zusammenarbeit „alles lückenlos aufgeklärt werden muss“ rund um das Ibiza-Video.

Blümel „vermisst nach wie vor den Willen“ der FPÖ
Dass die FPÖ diesen Willen nicht gehabt habe, sei der Grund für die ÖVP gewesen, Türkis-Blau zu beenden. Und „diesen Willen vermisse ich nach wie vor“, hält Blümel nicht nur dem zurückgetretenen „Herrn Strache“, sondern auch dem FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl vor, sich nur „in eine Opferrolle hineinzumanövrieren“.

Dominik Nepp, FPÖ-Vizebürgermeister von Wien, meldete sich noch am Sonntag zu Wort und meinte, mit diesen Äußerungen sei es amtlich, dass Blümel mit Hochdruck an einer rot-schwarzen Koalition arbeite. „Woran bis jetzt still und heimlich gearbeitet wurde, wurde nun von Blümel geoutet: Eine rot-schwarze Stadtkoalition ist das Ziel. Das würde Stillstand, Politpackelei und absolute Reformunwilligkeit bedeuten. Im Bereich der Sicherheit, im Kampf gegen den politischen Islam, aber auch in der Wohn- und Gesundheitspolitik würde nichts mehr weitergehen“, so Nepp.

Nepp: „Der türkise Lack ist völlig abgebröckelt“
Blümel sollte laut Nepp aber die Rechnung nicht ohne die Wählerinnen und Wähler machen. „Der türkise Lack ist völlig abgebröckelt - zum Vorschein kommt nun die altschwarze, machtbesessene ÖVP. Der einzige Garant für eine positive Veränderung in Wien ist daher nur die FPÖ“, teilte Nepp mit.

Hofer will „regieren, aber nicht um jeden Preis“
Nach Nepp äußerte sich am Sonntagnachmittag auch Norbert Hofer zu den Aussagen Blümels: „Ich glaube nicht, dass Blümel jetzt in den schwarz-grünen Chor einstimmt.“ Gleichzeitig betonte der FPÖ-Obmann erneut, dass die Freiheitlichen regieren wollen, aber „nicht um jeden Preis.“ „Wir sind bereit, aber die Verhandlungen mit uns werden hart werden“, kündigte Hofer bei einer Wahlkampfveranstaltung in Innsbruck an.

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