05.05.2010 09:17 |

Mann gestand Tat

Anklage gegen Times-Square-Attentäter erhoben

Gegen den mutmaßlichen Autobomben-Attentäter vom New Yorker Times Square ist am Dienstag Anklage erhoben worden. Der aus Pakistan stammende Amerikaner Faisal Shahzad (li. Bild) wird laut US-Justizminister Eric Holder (re. Bild) beschuldigt, einen terroristischen Anschlag mit einer Massenvernichtungswaffe geplant zu haben. Der 30-Jährige hat das Attentat gestanden - nach seiner Darstellung hat er allein und auf eigene Faust gehandelt, die Ausbildung dazu habe er in Pakistan erhalten.

Dass Shahzad auf eigene Faust gehandelt haben will, wird von den Ermittlern aber bezweifelt, zumal sich der frühere Finanz-Analyst bis Februar für fünf Monate in Pakistan aufgehalten haben soll. Shahzad erhielt erst vor etwa einem Jahr die US-Staatbürgerschaft.

"Er hat gestanden, den Geländewagen gekauft, den Sprengsatz zusammengebaut, ihn in das Auto gelegt, den Wagen dort geparkt und den Platz verlassen zu haben", sagte ein Ermittler. Damit habe der Tatverdächtige sozusagen alle Vorwürfe eingestanden. Allerdings wären noch viele Fragen offen. So sei unklar, ob der 1979 in Kaschmir geborene Shahzad mit einer militanten Gruppe in Verbindung stehe. Auch wisse man nicht, wo der junge Mann radikalisiert worden sei.

Der Mann war auf dem New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen festgenommen worden, als er über Dubai in die pakistanische Hauptstadt Islamabad fliegen wollte. Justizminister Holder hatte angekündigt, dass sich Shahzad auch wegen des versuchten Einsatzes von Massenvernichtungswaffen vor Gericht verantworten müsse. Der Sprengsatz war nach Polizeiangaben nur wegen der amateurhaften Bauweise nicht explodiert. Hätte er funktioniert, wären möglicherweise viele Menschen ums Leben gekommen. "Die Absicht hinter diesem Terrorakt war ganz klar: Amerikaner zu töten", sagte Holder.

Verwandte Shahzads in Pakistan verhaftet
Die New Yorker Ermittler hatten in dem Tatauto offenbar eine Fülle von Spuren gefunden, die auf den 30-jährigen Shahzad hindeuteten. Nach Behördenangaben hatte er den grünen Nissan Pathfinder eine Woche vor dem Anschlagsversuch gekauft und 1.300 Dollar in bar dafür bezahlt. In Pakistan wurden mehrere weitere Verdächtige festgenommen, die Telefonate mit Shahzad geführt haben. Dabei handelt es sich um Verwandte des Mannes.

Die pakistanischen Behörden sicherten den USA ihre Unterstützung zu. Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter der USA und hat in der Vergangenheit Hunderte Mitglieder der Extremistenorganisation Al Kaida festgenommen und einige von ihnen an die USA ausgeliefert.

Am Sonntag war im Internet eine Erklärung veröffentlicht worden, die von der Taliban in Pakistan stammen soll. Darin hieß es, das Attentat sei die Vergeltung für die Tötung zweier führender Al-Kaida-Anführer im Irak sowie für die Einmischung der USA in muslimischen Staaten.

Taliban-Chef Mehsud droht USA mit Attentaten
Der Anführer der pakistanischen Taliban, der nach einem US-Drohnenangriff totgeglaubte Hakimullah Mehsud, drohte in einer Internetbotschaft mit Selbstmordattentaten in den USA. "Die Zeit ist sehr nahe, wenn unsere Fedayin die amerikanischen Staaten in ihren Großstädten angreifen werden", warnte Mehsud in dem Video, das vom 4. April stammen soll. "Unsere Fedayin haben das terroristische Amerika durchdrungen. Wir werden das fanatische Amerika äußerst schmerzhaft treffen."

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.