18.08.2019 08:00 |

Eine Studie beweist es

Viele Studenten buckeln hart für ihr Uni-Leben

Hohe Mieten, Semesterbeiträge und Fahrtkosten: Aus finanzieller Sicht ist das Leben in Salzburg für Studenten und Schüler kostspielig. Immer mehr junge Frauen und Männer müssen sich neben ihrer Ausbildung nach einer Arbeitsstelle umsehen. Gerade in der Bauwirtschaft und in der Gastronomie finden die meisten einen Job. Aktuell steigt auch die Zahl der Lehrlinge in Salzburg.

„Ich könnte mir das gar nicht vorstellen, neben dem Studium nicht zu arbeiten. Salzburg ist wirklich ein teures Pflaster. Hauptsächlich bin ich aber in der Politik für die Grünen tätig, weil mich das einfach total interessiert“, sagt Marvin Bergauer, der im Stadtteil Maxglan lebt und an der Uni studiert.

So geht es vielen, zeigt eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer: Mehr als die Hälfte (57 Prozent) aller 15- bis 24-Jährigen in Salzburg gehen neben Studium oder Schule arbeiten.

Mehr geringfügig Beschäftigte

„Für mich ist es praktisch, weil ich in der Bibliothek nebenher jobbe, also in der Nähe der Uni. Dort bin ich für zehn Wochenstunden angemeldet. Das lässt sich gut mit meinem Studium vereinbaren“, berichtet Sabrina Schulz von ihrer Arbeit. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten in der Altersgruppe 15- bis 24-Jährigen ist im Vergleich zum Vorjahr auf 5370 gestiegen – also um zwei Prozent.

So gut sich derartige Anstellungsverhältnisse auch mit Schule oder Studium kombinieren lassen, so kritisch muss man sie auch auf längere Zeitdauer sehen: „Befristete saisonale Arbeitsverträge statt ganzjährig Vollzeit, Leiharbeit mit unsicheren Zukunftsperspektiven, Praktika statt regulärer Dienstverhältnisse nehmen allesamt zu und erschweren die Zukunftsplanung“, erklärt Stephanie Posch, Jugendreferentin der AK Salzburg. Arbeitet man als junger Erwachsener nebenbei, kann sich der Einstieg ins Berufsleben verzögern, warnt die Expertin.

Anzahl der Lehrlinge steigt wieder an

Die Zahl an Lehrlinge steigt mittlerweile wieder an: Ende 2018 gab es im gesamten Bundesland rund 8400 Lehrlinge. Ein großer Kritikpunkt: Die Einkommensunterschiede zwischen jungen Frauen und Männern. „Ein Grund dafür ist traditionelle Berufswahl. Die drei Top-Lehrberufe bei Männern liegen im technischen Bereich, Frauen wählen eher kaufmännische Berufe oder werden Friseurin oder Stylistin. Das Einkommen ist dort bis zu 20 Prozent niedriger“, sagt Simone Weiler aus dem Jugendreferat.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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