18.08.2019 08:00 |

„Krone“-Check

Bei illegalen Souvenirs kann sogar Haft drohen

Ob eine schöne Halskette mit bunten Steinen, kunstvolle Lederarbeiten, weiße Schnitzereien oder eine Flasche Wein: Wer verreist, nimmt gerne für sich oder für die Daheimgebliebenen Erinnerungsstücke mit. Doch Vorsicht! Nur weil es im Urlaubsort legal ist, heißt es nicht, dass es bei uns in Tirol nicht verboten ist.

Sommer, Sonne, Strand: Zahlreiche Tiroler genießen derzeit noch ihren verdienten Urlaub. Ein schönes Erinnerungsstück an die Reise oder ein nettes Mitbringsel für Familienmitglieder und Freunde zu Hause gehört dabei Jahr für Jahr dazu. Doch das „falsche“ Souvenir kann ganz schön teuer werden. Wer nämlich dabei erwischt wird, wie er etwa ein paar Stangen billige Zigaretten, kulinarische Schmankerln oder günstigen Goldschmuck in die Heimat schmuggeln will, muss mit saftigen Geldstrafen rechnen.

„Alles, was in den Koffer passt“
„Geschmuggelt wird alles, was in den Koffer passt“, wissen die Zollbeamten am Innsbrucker Flughafen. In Alkohol eingelegte Skorpione oder Schlangen sowie Fleisch und Käse aus Nicht-EU-Staaten sind für die „Flughafen-Spürnasen“ keine Seltenheit. „Viele Flugreisende sind überrascht, wenn wir ihnen aufgrund des Pflanzenschutzgesetzes etwa Orchideen aus Thailand, die sie direkt am dortigen Flughafen gekauft haben, nach der Landung wieder abnehmen müssen.“

Strafe für „Sand-Diebe“
Urlauber können aber auch bereits in der Ferne zur Kasse gebeten werden. So droht Souvenir-Jägern, die sich Sand von den Stränden der Trauminsel Sardinien als Andenken für daheim mitnehmen wollen, ein Bußgeld von 3000 Euro bei den Carabinieri. Und in der Türkei sollen sogar bis zu zehn Jahre Kerker warten, wenn man seltene Steine einfach mitgehen lässt.

Nach Urlaub vor Gericht
Haftstrafen für Urlaubsmitbringsel drohen aber auch in Österreich. Wer etwa mit legal in Amsterdam gekauftem Marihuana in Tirol erwischt wird, könnte schon bald auf der Anklagebank sitzen. Und wer sich vom Aussterben bedrohte Tiere ohne Sondergenehmigung als Andenken ins Wohnzimmerregal stellen möchte, muss ebenfalls mit einer Anklage rechnen. „Bei solchen Vergehen drohen Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren“, schildert Thomas Willam, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft.

Hitler-Flaschen beliebt
Vor Gericht können Urlauber aber auch aufgrund von echten Verkaufsschlagern landen. In diversen Supermärkten beliebter Badeorte an der Adriaküste, wie etwa in Bibione oder in Jesolo, bieten besonders gewiefte Alkohol-Erzeuger geschmacklose Bier-, Wein- und Schnapsflaschen mit dem Konterfei von Adolf Hitler an. Besonders bei Touristen aus Österreich sollen die Flaschen, die in Italien ganz legal sind, beliebt sein. Wer sie aber über den Brenner bringt, kann schnell ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. „Kauft man einen solchen Artikel, um die Nazi-Ideologie zu verherrlichen, ist das ein Verstoß gegen das Verbotsgesetz“, klärt Willam auf.

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