Richtige Planung
So beugst du Unfällen im Badezimmer vor
Gerade noch entspannendes Duschvergnügen, da läutet auch schon das Handy. Typisch – gerade jetzt! Rasch aus der Dusche, zum Abtrocknen keine Zeit – und um die sprichwörtliche Haaresbreite diesmal gerade mal eben nicht ausgerutscht oder über die Duschtasse gestolpert.
Der größte Vorteil des Badezimmers, nämlich, dass man dort so richtig abschalten und relaxen kann, ist auch sein Nachteil. Untersuchungen und einschlägige Unfallstatistiken zeigen deutlich, dass folgenschwere Unfälle im privaten Wohnbereich sehr häufig im Badezimmer passieren. Vor allem ältere Menschen und kleinere Kinder sind besonders gefährdet.
Gefährlich: Alles nass und glitschig
Nasse Füße, nasse Fliesen, nasse Duschtassen und Wannen – da ist die Ausrutschgefahr schon beinahe vorprogrammiert. Bedenkt man, dass Stürze im Badezimmer aufgrund des Aufpralls auf den harten Fliesen meist nicht so glimpflich ausgehen, ist hier die Beachtung einiger Sicherheitsregeln nicht nur für ältere Menschen fast schon ein „Must“.
Bei der Auswahl des Bodenbelags für das Badezimmer sollte man daher nicht nur auf Farben und Design achten, sondern auch darauf, dass es sich um sicherheitstechnisch geprüfte, rutschfeste Bodenfliesen handelt. Etwaige Mehrinvestitionen zahlen sich durch das erhöhte Sicherheitsgefühl im Alltag rasch aus. Tipp aus der Praxis: Kleinere Fliesen sind meist besser als größere!
Auch bei der Wahl der Duschtassen empfiehlt es sich, auf Rutschfestigkeit zu achten. Vorsicht vor Billigst-Sonderangeboten bei Duschkabinen: Markenprodukte sind meist serienmäßig mit speziellem Sicherheitsglas ausgestattet, können also nicht, oder nur sehr schwer, brechen, was die Verletzungsfolgen bei eventuellen Stürzen oder „Ausrutschern“ gegen das Glas erheblich minimiert.
Preisgünstige Sofort-Maßnahmen
Vor allem Bäder älteren Baujahres in Mietwohnungen erfüllen selten alle Sicherheitsanforderungen. Kostengünstige Sofort-Maßnahmen sind das Auflegen von Bade- und Duschmatten sowie die Montage einiger Haltegriffe.
Gängige Badezimmermatten sind günstig und in vielen Farben erhältlich. Hübsch, aber im Ernstfall helfen sie leider nur wenig, da sie lediglich lose am Boden liegen. Im Gegenteil: Über etwaige Falten in den Badematten kann man besonders leicht stolpern.
Wesentlich mehr Sicherheit bieten rutschfeste Matten für Badezimmer und auch Duschtasse. Sie sind mit Spezialnoppen auf der Unterseite versehen und bieten jederzeit festen und sicheren Stand. Achtung: Badematten in der Dusche gehören in regelmäßigen Abständen sorgfältig auf beiden Seiten gereinigt (Schimmelgefahr) und gegebenenfalls auch ausgetauscht.
Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt für ein ungetrübtes tägliches Badevergnügen sind stabile und gut montierte Haltegriffe, besonders bei Dusche und Wanne. Sie erleichtern das sichere Ein- und Aussteigen, helfen, etwaige Stürze abzufangen, und sollte tatsächlich einmal etwas passieren, kann man sich an ihnen besser hochziehen (z.B. bei verstauchten Knöcheln).
Verletzungsgefahr weiter minimieren
Man kann es ja schon gar nicht mehr hören, und im Übrigen ist es sowieso „eh klar“: Elektrische Geräte wie Radio oder Föhn haben in Reichweite von Waschbecken, Dusche und Wanne nichts zu suchen. Sofort nach dem Gebrauch sind sie wegzuräumen. Tatsache ist allerdings, dass im hektischen Familienalltag diese liegengelassenen elektrischen Geräte eine der größten (und häufigsten!) Gefahrenquellen überhaupt darstellen. Vor allem auch wenn Kinder im Haushalt sind, sollte dieser Sicherheitspunkt also peinlich genau beachtet werden.
Ebenfalls für etwaige Notfälle wichtig: Türen, die nach außen aufgehen und bei Bedarf auch von außen entriegelt werden können.
Ein aktueller Trend in der Badezimmergestaltung ist die barrierefreie Planung. Aufgrund neuer und formschöner Designlinien rückt das einstige „(Alters-)Handicap-Thema“ in den Mittelpunkt vieler Badezimmergestaltungen. Solche barrierefreien Planungen – z.B. schwellenlose Duschen und Wannen mit Einstiegstüren etc. – bewähren sich nicht nur im späteren Alter. Auch bei Verletzungen (z.B. Gipsbein) bieten sie viel Komfort im Alltag und tragen überdies zusätzlich zu mehr Sicherheit im Badebereich bei.
Spezial-Tipps für Kinder und Senioren
Geeignete Kinder-Badewannen als Einlegemodelle in die normale Wanne sollten selbstverständlich sein. Heizgeräte im Bad kindersicher machen! Bei den Wasserhähnen darauf achten, dass die Temperatur von den Kindern nicht selbst verstellt werden kann (Verbrühungsgefahr!).
Ältere, aber auch kreislaufschwache, Menschen sollten beim Duschen besser sitzen. Dafür gibt es (preisgünstige) ausklappbare Sitzgelegenheiten mit Rückenlehnen, die von Heimwerkern auch leicht selbst montiert werden können.







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