08.08.2019 06:00 |

Bizarre Debatte

Politik verkehrt: Wer was verhindern will

Wer will was mit wem umsetzen? Diese Frage sollte im Zentrum eines Wahlkampfes stehen - dieser Tage ist es anders: Jede Partei erklärt, welche Koalitionen sie zu verunmöglichen gedenkt. Auslöser dafür war der wider jede Arithmetik geäußerte Ruf eines hohen Freiheitlichen nach Rot-Blau - mit Hans Peter Doskozil als Kanzler.

Wer dachte, dass in puncto Koalitionsvarianten mittlerweile schon alles gesagt wurde, wurde von Johann Tschürtz eines Besseren belehrt: Der blaue Stellvertreter des burgenländischen Landeshauptmannes Hans Peter Doskozil (SPÖ) will diesen nach der Wahl als Kanzler, richtete er aus. Mehr noch: am besten gleich an der Spitze einer rot-blauen Koalition.

Hofer: „Rot-Blau nicht möglich“
Damit löste der Blaue eine heftige Debatte aus. Die ÖVP warnte einmal mehr vor einer Koalition aus SPÖ und FPÖ: „Rot-Blau nimmt Form an“, prophezeite Generalsekretär Karl Nehammer. Allein: Laut derzeitigen Umfragen kommen SPÖ und FPÖ gemeinsam auf gut 40 Prozent - die Chance auf eine derartige Koalition ist also nicht nur wegen des roten Njets zu Blau verschwindend gering.

Norbert Hofer, den Tschürtz übrigens gerne als Vizekanzler Doskozils hätte, rückte trotzdem aus: Rot-Blau sei „nicht möglich“. Wahlziel der Blauen, so Hofer unlängst: Die FPÖ will so stark sein, dass sich Türkis-Grün nicht ausgeht.

Doskozil: „Ich bleibe natürlich im Burgenland“
Die SPÖ beteiligte sich freilich auch an der von Tschürtz losgetretenen Debatte: Türkis-Blau sei „wahrscheinlich“, man müsse diese Paarung aber unbedingt verhindern, richtete der rote Parteimanager Thomas Drozda aus.

Und Doskozil? Der will von alldem nichts wissen: „Die Diskussion ist skurril. Ich bleibe natürlich im Burgenland und trete 2020 bei der Landtagswahl an.“

Klaus Knittelfelder, Kronen Zeitung

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