Snowboarderin Anna Gasser lässt sich von den nahenden Olympischen Spielen nicht mehr so stressen wie in der Vergangenheit. „2018, als ich das erste Mal gewonnen habe, war der Stress maximiert. Ich wollte diese Goldmedaille unbedingt. Jetzt ist es ein bisschen ein Bonus. Aber natürlich wünscht man sich einen schönen Abschluss“, sagte die Kärntnerin, die nicht nur in Pyeongchang, sondern auch 2022 in Peking den Titel im Big Air gewann und dem Karriereende entgegenblickt.
„Ich hätte einfach gerne, wenn ich bei Olympia gefahren bin, dass ich sagen kann, ich bin stolz darauf. Ob das dann zu einer Medaille reicht? Ich würde es hoffen. Aber wenn ich schon zufrieden bin mit dem, was ich mir vorgenommen habe, dann passt das auch“, sagte die 34-Jährige. Nach einer im Juli beim Surfen zugezogenen Schulterluxation steigt sie erst im Jänner ins Wettkampfgeschehen ein.
Gasser setzt derzeit voll aufs Training und das Arbeiten am 14er-Trick, den es laut ihrer Einschätzung für eine Medaille bei den Winterspielen brauchen wird. Sie hoffe, zu den anderen aufschließen zu können. Freilich ging an ihr nicht vorbei, dass die Japanerin Kokomo Murase kürzlich als erste Frau einen Backside Triple Cork 1620 zeigte. Wer weiß, was noch alles kommt. 2022 setzte Gasser auf das Überraschungsprinzip, zeigte den Cab Double Cork 1200 erstmals. „Die Judges haben ihn davor nicht gesehen und nicht beraten können, was sie dem jetzt geben würden.“
Drei Bewerbe vor Winterspielen geplant
Die Schulter mache alles recht gut mit, sagte Gasser, die sich „schön langsam an die Schwere der Tricks herantastet“, wie sie erklärte. Das Gefühl für die Air-Time wiederzufinden, sei anfangs sehr wichtig. „Wenn man die Basics, die leichteren Tricks gut kann, dann ist man auch bald mal bereit für die schwereren Sprünge.“ Nach dem „entscheidenden Dezember“ werde sie im Jänner im Weltcup einen Slopestyle fahren und in Aspen „bei den X Games Big Air und Slopestyle mitnehmen“.
Bei den Winterspielen in Europa warte die große Bühne. Aber auch in Südkorea sei die Stimmung richtig gut gewesen. Und in China habe sie mitbekommen, dass viele mitgefiebert haben. „Aber ich glaube, dass Italien noch einmal alles toppt, was ich bisher bei Olympia erlebt habe.“ Alleine wegen der Nähe zu daheim und der Uhrzeit. „Denn mir kommt vor, dass ich jedes Mal vor Olympia geschrieben habe, ‘schaut es euch an, live um drei in der Früh‘“, sprach sie die andere Zeitzone an. „Natürlich wäre es mit einer Medaille noch schöner, aber es ist ja kein Wunschkonzert.“
Aber auch wenn Olympia erneut in Asien gewesen wäre, hätte Gasser es noch einmal in Angriff genommen. „Es ist so arg, man denkt immer, vier Jahre dauern sehr lang. Und dann sind sie so schnell wieder vorbei. Ich habe eigentlich vor China gesagt, dass das meine letzten Olympischen Spiele sein werden. Aber ich war nicht ganz zufrieden mit meinem Snowboarden. Also war ich sehr zufrieden mit der Goldmedaille. Aber ich habe mir gedacht, ich habe noch nicht ganz alles gemacht, was ich vielleicht kann. Ich wollte es noch einmal wissen.“
Für Olympiamedaille muss alles zusammenspielen
Aber sie wisse, es müsse so vieles zusammenspielen. Sie sei nie vor Olympia verletzt gewesen, ihre Verletzungen seien immer zu „Okay-Zeiten“ passiert. „Es kann so viel passieren. Man kann sich einmal kurz vor Olympia wehtun, und dann ist das Ganze schon schwieriger.“
Die Big-Air-Entscheidung in Livigno findet am 9. Februar 2026 um 19.30 Uhr statt. „Big Air in der Nacht habe ich sehr gerne, die Stimmung ist meistens richtig cool und mit dem Flutlicht sieht man voll gut. Ich brauche nicht schauen, wie das Wetter ist, nur der Wind. Aber Snowboarden selber mag ich lieber am Tag. Bei schönem Wetter fahren, in der Sonne, das gibt einfach Energie.“
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