30.07.2019 15:52 |

Rekord-Aktion

Äthiopier pflanzen in zwölf Stunden 350 Mio. Bäume

Im Kampf gegen den Klimawandel hat Äthiopien einen neuen Wiederaufforstungs-Rekord aufgestellt. Im Zuge einer landesweiten Aktion, an der rund 23 Millionen Menschen teilnahmen, wurden am Montag innerhalb von zwölf Stunden mehr als 350 Milionen Bäume gepflanzt. Premierminister Abiy Ahmed, der sich persönlich an der Aktion beteiligt hat, will im Zuge der „Green Legacy Initiative“ (Initiative Grünes Vermächtnis) gegen die Abholzung von Wäldern vorgehen und verhindern, dass sich Wüsten weiter ausbreiten.

Laut dem Landwirtschaftsministerium wurden in jeder Region des Landes Setzlinge gepflanzt. Damit möglichst viele Äthiopier mitmachen, waren staatliche Behörden und Schulen geschlossen. Das ursprüngliche Ziel, 200 Millionen Bäume innerhalb eines halben Tages einzugraben, ist weit übertroffen worden.

Der Regierungschef gratulierte auf Twitter seinen Landsleuten und zeigte sich stolz über die gemeinsame Leistung.

Bis Oktober sollen vier Milliarden Bäume gepflanzt werden
Es soll aber nicht bei diesem Rekord bleiben. Während der Regenzeit zwischen Mai und Oktober sollen insgesamt vier Milliarden Bäume aufgestellt werden. „Äthiopien wird immer anfälliger für Klimaschocks, Wasserstände schrumpfen und die Fruchtbarkeit des Bodens ist wegen des Mangels an Bewaldung beeinträchtigt“, sagte Landwirtschaftsminister Umer Husen am Dienstag. Dem wolle man mit der im Mai begonnenen Pflanzinitiative begegnen.

Äthiopiens Bevölkerung von derzeit rund 105 Millionen Menschen wächst rasend schnell. Zudem hat das Land laut Weltbank mit 7,7 Prozent ein sehr hohes Wirtschaftswachstum. Allerdings gehört Äthiopien nach Angaben der UN noch immer zu den weniger entwickelten Ländern der Welt. Somit sei es anfälliger für Klimaveränderungen.

Initiative als Ablenkung von ethnischen Konflikten?
Neben viel Lob und Jubelmeldungen gibt es aber auch Kritik an Ahmed. Der Vorwurf lautet, der Regierungschef wolle mit seinem „Grünen Vermächtnis“ von akuten ethnischen Konflikten seines Landes ablenken. Erst im Juni hatte es einen blutigen Putschversuch in der Amhara-Region im Norden des ostafrikanischen Vielvölkerstaates gegeben. Dabei kamen der äthiopische Generalstabschef, der Regionalpräsident von Amhara und drei weitere hochrangige Repräsentanten des Staates ums Leben. Die Amhara sind die zweitgrößte Volksgruppe in Äthiopien. Die Kämpfe waren ein schwerer Rückschlag für den Regierungschef, der sich um Reformen bemüht.

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