27.07.2019 15:12 |

Feuerwehr-Großeinsatz

Regen, Hagel, Muren: Unwetter in der Steiermark

Die angekündigten Unwetter suchten am Samstag die Steiermark heim - zuerst den Norden, dann den Süden. Zentimetergroße Hagelschloßen, Überflutungen, entwurzelte Bäume, abgedeckte Hausdächer, Muren: In den Abendstunden waren mehr als 1000 Feuerwehrleute im Einsatz. Teilweise stand der Verkehr still. Tausende Haushalte mussten ohne Strom auskommen.

Noch einmal hieß es am Samstag für viele Steirer kräftig schwitzen, die Temperatur kletterte etwa in Bad Radkersburg, Graz und Leibnitz über die 30-Grad-Marke. Doch ab Mittag herrschte teilweise Weltuntergangsstimmung. Hunderte Notrufe gingen bei der Feuerwehr ein. Bis zum Abend wurden in Summe 120 Wehren alarmiert, etwas mehr als 1000 Feuerwehrleute standen für die Aufräumarbeiten im Einsatz.

Autolenker suchten unter Unterführung Schutz
Zuerst war die Obersteiermark dran, insbesondere das Mürztal. Auf der Semmering-Schnellstraße (S6) gab es teilweise kein Vorankommen mehr, gerade im Bereich der Anschlussstelle Langenwang herrschte Stau: Pkw-Lenker hatten unter den Unterführungen mit ihren Fahrzeugen Schutz vor dem Hagel gesucht. 

Vom Bewerb zum Einsatz
Mehrere Feuerwehren rückten direkt von einem Bewerb, der um 13 Uhr am Sportplatz von Wartberg begann, aus, etwa um Keller auszupumpen. Auch überflutete Straßenunterführungen sorgten für Einsätze.

Rollstuhlfahrerin befreit
Im Freßnitzgraben bei Krieglach ging eine Mur ab und verlegte eine Straße. Eine Rollstuhlfahrerin war in einer Fischerhütte eingeschlossen, ein Bagger der Marktgemeinde schaufelte mit Unterstützung der Feuerwehr den Weg frei. Auch auf der Mariazeller Straße (B20) herrschten bei Turnau zwischen Au und Seewiesen in beiden Richtungen Behinderungen durch Aufräumarbeiten nach einem Murenabgang.

Auch der Süden wird nicht verschont
Im Laufe des Samstagnachmittags zogen die Gewitterzellen auch in Richtung Süden bzw. Südosten. In Graz schüttete es zeitweise wie aus Kübeln, es blitzte und donnerte. Im Raum Wundschuh und Wildon kamen große Hagelkörner vom Himmel, Dächer und Autos wurden beschädigt. Auf der Pyhrnautobahn (A 9) stand der Verkehr zeitweise still.

Hallendach abgedeckt
Die Region westlich von Graz blieb ebenfalls nicht verschont. So begann es ab 16 Uhr in Hitzendorf und Berndorf zu schütten und stürmen. Ein Hausdach wurde abgedeckt, Bäume stürzten um, teilweise auch auf Straßen. Das Hallendachs eines Betriebs wurde auch Opfer des Unwetters. Gegen 18 Uhr waren bereits 20 Einsätze gemeldet, zwei Teiche traten laut Feuerwehrkommandant-Stellvertreter Christoph Jaritz über die Ufer.

Besonders große Regenmengen fielen am Nachmittag zwischen Feldbach und Leibnitz. Wie es aus dem Büro von Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer heißt, konnten sie vom Messsystem punktuell gar nicht mehr erfasst werden konnten. Alleine im Bereichsfeuerwehrverband Feldbach wurden 80 Schadensereignisse gemeldet.

Verbund öffnet Wehr
Im Großraum Wildon wurde der Verbund angewiesen, eine Wehr zu öffnen, die sich in der Nähe des Kraftwerksparks befindet, um sofort Wasser abzulassen und dadurch Überflutungen zu vermeiden.

Mure in Kleinlobming
Nach 18 Uhr zog ein ein kräftiges Gewitter mit Hagelschauern über das Murtal. In Kleinlobming kam es zu einem Murenabgang. Ein Bach trat über die Ufer, dutzende Kubikmeter an Schlamm- und Geröllmassen setzten sich in Bewegung und trafen auf den Keller eines Einfamilienhauses.

15 Mitglieder der Feuerwehr Kleinlobming begannen laut Einsatzleiter Edwin Hatz sofort mit den Aufräumarbeiten. Während ein Teil der Mannschaft sich um den Keller des Hauses kümmerte, machte sich ein Bagger an den tonnenschweren Geröllmassen zu schaffen.

In den Abendstunden waren laut Energie Steiermark 5500 Haushalte ohne Strom. Besonders stark betroffen waren der Großraum Weiz und die Region Gnas.

Noch mehr Regen am Sonntag
Die Unwettergefahr ist am Wochenende laut dem ZAMG-Meteorologen Christian Stefan aufgrund der „sehr labilen Luftschichtungen“ besonders hoch. Am Sonntag kann es laut Stefan bereits am Vormittag mit Schauern und Gewittern losgehen, besonders im Süden. Am späteren Nachmittag und Abend wird dann eher die Obersteiermark heimgesucht. Teilweise, etwa im Raum Aussee, kann es die ganze Nacht bis Montagfrüh durchregnen.

Freundlicher wird es dann wieder am Dienstag. Insgesamt bleibt aber die gesamte kommende Woche wechselhafter und nicht mehr so heiß.

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