Der Doppelstaatsbürger Amadeus N.-F., der demnächst in Österreich seinen Wehrdienst hätte ableisten sollen, war seit dem 13. April abgängig. Wie berichtet wurde die Leiche des jungen Mannes am Mittwoch in einem Tal nahe der Stadt Santa Lucía von Arbeitern entdeckt - in einem Abwasserrohr. "Auf einem Foto im Internet habe ich gesehen, dass er die Schuhe anhatte, die ich ihm zuletzt gekauft habe", sagt sein Vater.
Mutter erhielt nach Verschwinden Erpresser-Anrufe
Einige Stunden nach seinem Verschwinden waren an die Mutter des 19-Jährigen telefonisch Lösegeldforderungen gestellt worden: "Die Anrufer, die sich danach noch sechs Mal gemeldet haben, verlangten umgerechnet 700.000 Euro Lösegeld. Obwohl mein Schwiegervater in Venezuela eine Fiberglasfabrik besitzt, in der Amadeus auch gearbeitet hatte, wäre es für uns alle unmöglich gewesen, so viel Geld aufzubringen", so der Vater des Ermordeten.
Wurde 19-Jähriger Zeuge eines Verbrechens?
Der 19-Jährige dürfte bereits zu jenem Zeitpunkt tot gewesen sein, als die Mutter den ersten Anruf der Erpresser erhielt. Der Vater glaubt nicht an eine Entführung und vermutet, dass sein Sohn zufällig Zeuge eines Verbrechens wurde und deshalb sterben musste. Laut örtlichen Medien steht eine bewaffnete Bande, zu der auch ein Polizeioffizier gehören soll, unter Tatverdacht.
Familie will zurück nach Österreich
"Das Leben in Venezuela wird immer gefährlicher. Deshalb werden meine Ex-Frau Christine, meine Tochter Magdalena, die Schwiegereltern, die Schwägerin und meine Nichte so bald es geht nach Österreich zurückkehren", so Johann N., der 1989 nach Venezuela ausgewandert war, am Freitag gegenüber der "Steirerkrone". Dort hatte er zuletzt als Langustenfischer gearbeitet, ehe er 2003 in die Steiermark zurückkehrte. Seine Frau, von der er mittlerweile geschieden ist, Sohn Amadeus und Tochter Magdalena blieben in Südamerika.
Zusammenarbeit mit Interpol
Wie Außenministeriumssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Donnerstagabend erklärte, nahmen die österreichischen Sicherheitsbehörden eine Anzeige des Vaters auf. Das Außenministerium sagte den Angehörigen volle Unterstützung bei den Ermittlungen, die in Kooperation mit Interpol laufen, zu.
von Peter Riedler ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
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