Balkongestaltung
Alles eine Frage des Stylings!
Bei der Gestaltung von Balkonen und Terrassen sind nicht nur Pflanzenwahl und –zusammenstellung wichtig, sondern mindestens ebenso sehr die Tröge, Töpfe und Kisterln, die eingesetzt werden.
Heute steht dafür eine besonders reichhaltige Auswahl zur Verfügung, so dass sich jeder Stilwunsch leicht und auch relativ kostengünstig umsetzen lässt. Auch in puncto Komfort und Pflege haben sich die Pflanzengefäße deutlich verbessert.
Die Edel-Klassiker
An erster Stelle stehen hier die traditionellen „Terracotta“-Gefäße. Der Name stammt aus dem Italienischen und bedeutet "gebrannter Ton". Der Legende nach soll die Herstellung nicht geplant gewesen sein, sondern sich – lässig-italienischer Lebensart sei Dank! – durch Zufall ergeben haben, als verwittertes Tonmaterial zu nahe ans Feuer geriet und dadurch gehärtet wurde. Aufgrund des Materials wirken diese Gefäße besonders schlicht und vor allem natürlich.
Doch wichtig bei der Auswahl ist es, auf Qualität zu achten, denn es gibt hier, abhängig von Material und Herstellung, große Unterschiede, die sich auch im Preis niederschlagen. Tipp: Ist ein Topf sehr ebenmäßig und glatt, kann man davon ausgehen, dass er vom Fließband stammt.
Noch ein Vorteil: Aufgrund ihres großen Gewichtes weisen Terracotta-Töpfe auch an extrem windigen Stellen eine große Standfestigkeit auf. Es gibt aber auch Nachteile: Wegen der großen Poren des Materials sind diese Gefäße schlecht zu reinigen, zusätzlich können sich Kalk, Schmutz und Keime gut auf ihnen absetzen. Außerdem brechen sie relativ leicht.
Eine Alternative stellen glasierte Keramiktöpfe dar, die es ebenso wie Kunststoff-Töpfe in vielen verschieden Farben gibt. Die glatte Oberfläche macht sie pflegeleicht und leicht zu reinigen, allerdings sind auch die glasierten Keramiktöpfe bruchgefährdet.
Besonders edel und dementsprechend teuer sind Gefäße aus Natursteinen, die allerdings eher selten auf Balkonen Verwendung finden. Sie dienen in erster Linie als architektonische Gestaltungselemente im Garten.
Wieder voll im Trend liegen auch heuer die Zinkgefäße. Je origineller, desto besser: Die alte Zink-Gießkanne von der Oma, der alte Zinkkübel oder die Zinkschale – damit können besonders fantasievolle und ausgefallene Pflanzenkreationen geschaffen werden.
Plastik oder Terracotta?
Besonders viele Formen, Farben und Stile findet man bei den Kunststofftöpfen. Man kann es dezent angehen und einfach Töpfe im Terracotta-Stil wählen. Der Unterschied zum Original ist kaum zu erkennen, es sei denn, man hebt sie an. Übrigens: Bei Übersiedlungen weiß man die Leichtigkeit dieser Töpfe im Vergleich zu den Originalen besonders zu schätzen.
Besonders auffallend ist die Formenvielfalt: Von klassisch rund und viereckig über oval bis hin zu ausgefalleneren geometrischen Formen in allen Längen und Größen gibt es so gut wie alles.
Weitere Vorteile liegen nicht nur im vergleichsweise meist günstigen Preis, sondern auch im Pflegekomfort: Sie sind leicht und gründlich zu reinigen, Keime, Schmutz und Dreck können sich so nicht festsetzen und Kunststoff-Töpfe sind bruchsicher.
Da Kunststoff kein Wasser zieht, ist dieses Material besonders gut für Pflanzen geeignet, die feuchte Erde lieben.
Sei kreativ!
Wer nicht nur mit der Wahl der Pflanzen dem grünen Arrangement im Freien seinen ganz persönlichen Stempel aufdrücken will, kann noch einen Schritt weitergehen. Vor allem Terracotta-Töpfe eigen sich aufgrund ihrer rauen Oberfläche besonders gut für Farbgestaltungen verschiedenster Art. Acrylfarben gibt es in Baumärkten in verschiedensten Farben zu kaufen. Und dann sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Sei es, dass man es dezent mit einigen Farbstreifen - auf dem Topf, passend zu den Pflanzen - angeht, oder ob man großflächig arbeitet. Auch nicht hochbegabte Freizeitkünstler können derart wahre individuelle Wunderwerke schaffen.
Deko-Freaks können sich noch gründlicher austoben: Ummantelungen mit Mosaiksteinchen sind zwar ein Geduldspiel, aber in den meisten Fällen lohnt sich der Aufwand.
Profi-Tipps
Michael Flaschberger von der Gärtnerei Fassl ist auf Balkon- und Terrassengestaltung spezialisiert. Hier einige Tipps vom Experten:
- Gewicht: Bei der Erstgestaltung von Balkonen oder Terrassen sollte man bei vielen schweren und großen Gefäßen zur Sicherheit prüfen, ob der Balkon (Terrasse) für dieses Gewicht auch baustatisch geeignet ist.
- Keine Untersetzer: Einer der größten Fehler. Bei stärkeren Regenfällen stehen die Pflanzen konstant im Wasser und sterben ab. Übrigens: Viele Terrassenpflanzen gehen an zu viel Nässe ein.
- Beratung einholen: Am besten ist es, bei Neupflanzungen gemeinsam mit dem Fachmann Pflanzen und entsprechende Gefäße auszusuchen, da jede Pflanze andere Bedürfnisse – je nach Art und Alter – hat.
- Abstand halten: Bei Neusetzungen immer genügend Platz für das weitere Wachstum der Pflanzen lassen. Töpfe nicht überladen!
- Pflegeleicht: Voll im Trend und zusätzlich besonders pflegeleicht sind Kombinationen aus modern gestylten Terrazzoimitat-Gefäßen in schwarz oder dunkelgrün mit Grünpflanzen wie Bambus, Lorbeer oder Kirsche. Weniger ist mehr!







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