17.07.2019 09:30 |

Treffen mit Landeschef

Für 380er-Freileitung fallen 240.000 Bäume

Dieser Winter verursachte in Salzburgs Wäldern so viele Schäden wie in allen 25 Jahren zuvor. Und das Land hat zugestimmt, für 800 Hektar Wald für die Freileitung zu roden! Die Bauern haben nachgerechnet: 260 bis 300 Bäume unterschiedlicher Größe pro Hektar. Das bedeutet: Man will bis zu 240.000 Bäume opfern!

„Das versteht kein Mensch“, sagt Kuchls Ex-Vizebürgermeister Stefan Weiß: „Alle reden vom Klimawandel, Bäume sind unsere wichtigsten Verbündeten, weil sie das klimaschädliche CO2 binden. Unserer Politiker sind unglaubwürdig, wenn sie sinnlose Fällungen in dieser Dimension bewilligen.“ Geradezu bizarr und lächerlicher sei die Aktion der Grünen, die Stadt zu begrünen, so Weiß: „Weil sie andererseits für die Fällung von 800 Hektar Wald für die Freileitung gestimmt haben. Das sind 1200 Fußballfelder.“

Erste Betroffene wurden über ihre Grundbuchs-Anmerkung zur Einleitung eines Enteignungsverfahrens verständigt: „Die BH Hallein informiert darüber auch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus“, sagt Weiß: „Wenn’s nicht zum Weinen wär’, wäre es zum Lachen.“

Ein Landschaftsschutzgebiet arg betroffen

Schwer betroffen ist das Landschaftsschutzgebiet Kellau-Voregg-Moosegg, so Johannes Pisetta: „Sechs Mastenstandorte und eine Freileitung durchs Schutzgebiet! Das soll umweltverträglich sein? Nur am Nockstein ist es schlimmer .“

Was Josef Schönauer, Waldbesitzer in Kuchl, besonders auf die Palme bringt: „Im Lungau wird über ein paar Windräder debattiert. Wegen 460, bis zu 84 Meter hohe Freileitungs-Masten, die die APG plant, sagt die Politik nichts?“

220 Grundeigentümern in Kuchl und Adnet droht die Enteignung. Kein Grund, für Landwirt Stefan Weiß aufzugeben: „Auf meinem Grund gab es 1990 auch schon eine rechtskräftig bewilligte 380er-Leitung. Alles wurde wegen eines Formal-Fehlers aufgehoben.“

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber
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