Mo, 15. Juli 2019
11.07.2019 12:46

„Brandstifter“

Deutsche Identitäre als rechtsextrem eingestuft

Der deutsche Verfassungsschutz betrachtet die Identitäre Bewegung (IBD) ab sofort nicht mehr als „Verdachtsfall“, sondern eindeutig als rechtsextremistische Organisation. Die Positionen der vor Jahren ins Visier der Verfassungsschützer geratenen Bewegung seien nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. „Diese geistigen Brandstifter stellen die Gleichheit der Menschen oder gar die Menschenwürde an sich infrage, reden von Überfremdung, erhöhen ihre eigene Identität, um andere abzuwerten, und schüren gezielt Feindbilder“, erklärte Verfassungsschutz-Chef Thomas Haldenwang am Donnerstag.

„Menschen ohne gleiche ethnische Voraussetzungen können aus Sicht der IBD niemals Teil einer ethnisch pluralistischen Kultur sein. Als Frühwarnsystem dürfen wir unser Augenmerk nicht nur auf gewaltorientierte Extremisten legen, sondern müssen auch diejenigen im Blick haben, die verbal zündeln“, so Haldenwang weiter. Es dürfe keine Toleranz für Extremisten geben. Die 2012 gegründete Identitäre Bewegung Deutschland hat nach Angaben des Geheimdienstes derzeit etwa 600 Mitglieder. Ihre Wurzeln liegen in der französischen Generation Identitaire, die auch in anderen europäischen Staaten Ableger hat.

„Verteidigungsschiff“ gegen Migranten
Die Anhänger der IBD verstehen sich als intellektuelle Neue Rechte und grenzen sich bewusst von rechtsextremen Gruppierungen wie den Neonazis ab. Sie gewinnen dadurch auch Sympathisanten im bürgerlichen Milieu, was die Bewegung in den Augen von Sicherheitsexperten besonders gefährlich macht. Anfang des Jahres sorgte die Bewegung mit einer Plakatkampagne unter dem Motto „Keine No-Go-Areas“ für Aufsehen, die Deutsche als Fremde im eigenen Land darstellte. 2017 charterte die Gruppe ein Schiff im Mittelmeer, um Migranten an der Überfahrt nach Europa zu hindern.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Neuer Sturmstar
Griezmann gut gelaunt beim ersten Barca-Training
Fußball International
Wilde Spekulationen
Speicherkarte mit Neymar-Interview gestohlen
Fußball International
134 Fälle registriert
Quote zu niedrig: Masern-Impfpflicht gefordert
Österreich
Spaß im Flieger
Hier macht sich David Alaba über Gnabry lustig
Fußball International
Lange Leidenszeit
Krass! Leipzigs Wolf kann erst 2020 wieder spielen
Fußball International
Rolltreppen kaputt
Der steinige Weg zur Christus-Statue in Rio
Reisen & Urlaub

Newsletter