04.07.2019 14:31 |

Fashion Week Berlin

Neonfarbene „Prom Night“ mit Marina Hoermanseder

Mit der Kollektion für Frühjahr und Sommer 2020 von Marina Hoermanseder geht es auf eine Zeitreise zurück in die 80er- und 90er-Jahre: Neon- und Pastellfarben, Glitzer, Puffärmel und Schulterpolster versetzten die Besucher der Show in einer riesigen Berliner Sportanlage aus DDR-Zeiten flugs auf einen Highschool-Abschlussball im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Bunt und unkonventionell wirkte die „Prom Night“, zu der die aus Wien stammende Wahl-Berlinerin im Rahmen der Fashion Week ins SEZ Landsberger Allee geladen hatte. Das ehemalige Sportzentrum hatte sich in eine rosa und babyblaue „University of MH“ verwandet, wie ein großes Banner gleich beim Eingang verkündete. Auf dem Laufsteg in der dekorierten Turnhalle waren dann schillernde Rüschenkleider und strenge Korsetts, Hawaiihemden mit Pythonmuster und Perlenverzierungen auf handgefertigten Statement-Stücken aus Leder zu sehen.

Neonfarben und Radlerhosen
Neonfarben, vor allem Gelb und Orange, dürfen bei einem solchen Zeitensprung nicht fehlen, und sie paarten sich erstaunlich gut mit den vielen pastelligen Zuckerlfarben, in die Marina Hoermanseder ihren Traum vom Abschlussball gegossen hat.

Auch sie propagiert jetzt übrigens die Radlerhose als „echtes“ Kleidungsstück, Bauchtaschen sind neonfarben und übergroß, und über all dem ansteckend lustigen Treiben baumelte eine große Discokugel.

Transparente Materialien
Die pompösen „Vasen“-Kleider und steifen Riemenröcke wurden wieder über den Laufsteg getragen, diesmal auch in Batik-Optik als Verbeugung vor dem kalifornischen Lebensgefühl. Lederkorsett, „Strap Skirt“ und „Vase“ gehören bei Hoermanseder seit Beginn dazu und erinnern an ihre Inspirationsquelle, die professionellen Orthopädie mit dem historischen Stützkorsett.

Viele transparente Materialien verhalfen der Kollektion in weiten Teilen aber auch zu einer federleichten Wirkung. Das Krönchen der „Prom Queen“ gebührt den gerüschten Minikleidern mit Maxi-Schulterpolstern. Asymmetrische Ausschnitte und überbordende Volants unterstrichen den selbstironischen Hang der Wienerin zu gleichermaßen Glamour wie Trash. Den Schlussapplaus nahm sie zu „I Wanna Dance With Somebody“, einem Hit der 80er-Popikone Whitney Houston, mit ihrem Team entgegen.

„Jahreszeit der Hexen“ bei Hoschek
Kleidermacherin Lena Hoschek hat für ihre neue Kollektion die Sprache der Blumen, Fetischerotik und eine Prise Magie zusammengerührt. Mit ihren einen Tag vor Hoermanseder auf der Fashion Week Berlin vorgestellten Entwürfen erklärt sie Frühjahr und Sommer 2020 zur „Season Of The Witch“ (Jahreszeit der Hexe, Anm.) voller Gegensätze: zerbrechlich und dominant, unschuldig und verrucht, zart und robust.

Die Statement-Stücke aus dem „Mode-Hexenkessel“ der Steirerin spiegeln ihre Naturverbundenheit wider: Der „Morning Dew Skirt“ aus viel Tüll erinnert an eine mit Morgentau benetzte Wiese. Das „Luna Dress“ in rauchigem Blau könnte sie bei einem Mondscheinspaziergang erdacht haben.

Zarte Spitze mit Baumwolle verschmolzen
Zarte Spitzenstoffe und handfeste Baumwolle verschmolzen miteinander. Eine wichtige Rolle spielte Tüll, der sich beispielsweise nachtschwarz über mit Blumen bedruckte Röcke legt. Selbst helle Blumenkleidchen waren oft schwarz eingefasst oder mit einer schwarzen Masche verziert.

Die Silhouetten waren, wie bei Hoschek üblich, auf Taille geschneidert und schmeichelnd. Die Designerin brachte diesmal ans Tageslicht, was sonst verborgen bleibt: „Verruchte“ Lingerie wurde über hauchzarten Tüllkleidern getragen. Für die laszive Anmutung sorgten Dessous des britischen Labels Atelier Bordelle, das mit Satinbändern, Nieten und Ösen luxuriöse Bondage-Looks zaubert. „Jede Frau trägt das Magische in sich. 

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