Großchancen vergeben

Startelf-Debüt von Kalajdzic blieb unbelohnt

Sasa Kalajdzic hätte Österreichs großer Held bei der Fußball-U21-EM in Italien werden können. Durch zwei vergebene Kopfball-Topchancen verabsäumte es der begehrte Admira-Stürmer aber, sein U21-Startelf-Debüt beim 1:1-Remis gegen Deutschland am Sonntagabend im Stadio Friuli von Udine mit einem Tor zu krönen. Trübsalblasen war trotzdem nicht angebracht.

„Wir haben Österreich sehr gut vertreten“, betonte der 21-Jährige. Im Vorfeld habe keiner mit so einem Ergebnis gerechnet. „Jeder hat nur gesagt, bitte kassiert‘s keine vier, fünf Bock. Jetzt sagen alle, ihr hättet gewinnen müssen. Von dem her können wir sehr stolz sein“, so Kalajdzic.

„Hätten uns mehr verdient“
Man habe die Deutschen über weite Strecken kontrolliert. „Schade, dass wir uns nicht belohnen konnten. Wir hätten uns mehr verdient. Es ist sehr bitter, die zwei Kopfbälle muss ich reinhauen oder zumindest einen davon“, so Kalajdzic. In der 34. Minute scheiterte er aus kurzer Distanz an Alexander Nübel, kurz vor der Pause traf er die Stange. „Als Stürmer muss man Tore machen, daran wirst du gemessen“, wusste Kalajdzic.

Sein sechster Einsatz in der U21 - der dritte in einem Pflichtspiel - war der erste von Beginn an. „Das Tempo ist schon noch einmal was Anderes wie bei der Admira. Das habe ich gemerkt an den Krämpfen“, schilderte Kalajdzic. Auch deshalb hatte ihn Gregoritsch gegen Serbien nur als „Joker“ und gegen Dänemark gar nicht gebracht.

„Gegen Dänemark war auch was drinnen, am Ende hättest du vielleicht sieben Punkte, aber das ist alles Spekulation,“ sagte der ÖFB-Angreifer. So traten die Gregoritsch-Schützlinge am Montagvormittag die Heimreise an. Mit positiven Eindrücken im Gepäck. „Ich bin extrem glücklich, wie es bei der EM gelaufen ist. Es war eine richtig tolle Erfahrung“, meinte der Zwei-Meter-Mann.

Er habe da richtig Lunte gerochen. „Ich habe gesehen, dass ich auf diesem Niveau spielen kann“, so Kalajdzic. Für ihn war es die erste Endrunde und aufgrund seines Alters die letzte auf Nachwuchsebene. „Hoffentlich wird es irgendwann so weit sein, dass ich mich mit dem A-Team qualifizieren kann“, nannte Kalajdzic seine Träume.

Für das Team von Franco Foda wird er sich wohl nicht über die Admira, wo er bis 2020 unter Vertrag steht, empfehlen. „Ich weiß mehr als ihr, aber das ist der Job von meinem Manager. Wir werden sehen, was passiert“, ließ sich Kalajdzic nicht in die Karten blicken.

Druck macht er sich keinen. „Wenn du deine Leistung bringst, dann kommt das andere alles von alleine. Das hat mein Vater immer zu mir gesagt“, erläuterte Kalajdzic. Am wahrscheinlichsten ist ein Wechsel nach Deutschland, nachdem er im Winter fast bei Rapid gelandet wäre. „Bei der Admira habe ich die nötige Zeit bekommen, bei Rapid wäre es vielleicht komplizierter gewesen“, ist Kalajdzic deshalb nicht unglücklich.

Vorerst steht für ihn Urlaub an. „Ich werde mir beim Pool vielleicht ein paar Bälle aufspielen und dann reinspringen“, scherzte der nie in einer Akademie gewesene Kalajdzic. Erst mit starken Leistungen im Frühjahr hatte er das EM-Ticket gelöst. Nach sieben Toren in zwölf Frühjahrsspielen konnte Gregoritsch nicht an ihm vorbeisehen. „Ich habe letztes Jahr vor der Verletzung auch eine richtig gute Form gehabt. Jetzt spiele ich aber konkreter nach vorne, dadurch gelingen mir mehr Tore“, gab der Admira-Angreifer Einblick.

Die lange Verletzungspause ist vergessen. 2018 war er größtenteils wegen eines Mittelfußbruchs und Syndesmosebandrisses außer Gefecht. „Es war eine schmerzhafte, aber auch lehrreiche Phase. Jetzt höre ich mehr in meinen Körper rein“, meinte der trotz seiner Größe sehr bewegliche Kalajdzic.

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