Di, 25. Juni 2019
05.06.2019 15:05

Wurde 83 Jahre alt

Spitzendiplomat Albert Rohan gestorben

Der österreichische Spitzendiplomat Albert Rohan ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Er hat als Generalsekretär des Außenministeriums und in zahlreichen internationalen Funktionen die österreichische Außenpolitik entscheidend mitgeprägt.

„Albert Rohan hatte bereits in den 1990er-Jahren Österreichs vorausschauende Balkan-Politik maßgeblich mitgestaltet, mit dem Ziel der Befriedung und der Entwicklung einer europäischen Perspektive für diese für Österreich so wichtige Region“, teilte das Außenministerium am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Schallenberg: „Verlust eines großen Vorbildes“
Ressortchef Alexander Schallenberg erklärte: „Mit Albert Rohans Ableben verliert Österreich einen seiner profiliertesten Diplomaten. Meine zutiefst empfundene Anteilnahme gilt seiner Frau Monika und der Familie. Für die österreichische Diplomatie, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Außenministeriums und auch für mich persönlich bedeutet sein Ableben den Verlust eines großen Vorbildes.“

Rohan bekleidete zahlreiche Top-Positionen
Rohan wurde 1936 im niederösterreichischen Melk geboren, studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien sowie am Europakolleg im belgischen Brügge. 1963 trat er in den höheren auswärtigen Dienst sein, wo er unter anderem an den Botschaften in Belgrad und London tätig war. 1977 wurde er Leiter des Kabinetts des damaligen UNO-Generalsekretärs Kurt Waldheim in New York.

Es folgten weitere diplomatische Spitzenpositionen, unter anderem als österreichischer Botschafter in Buenos Aires, und 1996 schließlich die Bestellung zum Generalsekretär des österreichischen Außenministeriums. An der Seite des UNO-Beauftragten Martti Ahtisaari leistete Rohan 2006 einen wesentlichen Beitrag zu den Verhandlungen zum künftigen Status der unter UNO-Verwaltung stehenden serbischen Provinz Kosovo.

Rohan war auch Präsident der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft, Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik und Gründungsmitglied der Denkfabrik European Council on Foreign Relations. 2001 wurde ihm das Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. 2002 erschien sein Buch „Diplomat am Rande der Weltpolitik. Begegnungen, Beobachtungen, Erkenntnisse“.

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