21.05.2019 19:46 |

Ibiza-Video

Gudenus legt heiße Spur in Wiener Nobellokal

Über den oder die möglichen Urheber des Ibiza-Videos wird derzeit viel spekuliert: Ex-FPÖ-Politiker Johann Gudenus hat am Dienstag, wie zuvor schon Ex-Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, die Opfer-Karte gezogen und im Zusammenhang mit dem skandalösen Video sogar „K.-o.-Tropfen oder Drogen“ ins Spiel gebracht. Damit nicht genug, verriet Gudenus auch weitere Details darüber, wie es angeblich zu dem Treffen mit dem Lockvogel gekommen war. In den Mittelpunkt der Affäre rückt er dabei den Wiener Anwalt M.

Demnach soll die sogenannte Ibiza-Affäre ihren Anfang am 24. März 2017 in einem Wiener Innenstadtlokal genommen haben, wo man mit der vermeintlichen Oligarchen-Nichte, ihrem deutschen Mittelsmann und einem Wiener Anwalt in Kontakt trat, wie Gudenus dem „Kurier“ sagte.

Die Frau, die sich als Lettin präsentierte, sei damals in einem Mercedes Maybach samt Chauffeur vor dem Nobelrestaurant am Kärntner Ring zu dem gemeinsamen Essen mit Gudenus, dessen Frau, dem Mittelsmann sowie dem Wiener Anwalt vorgefahren.

Anwalt laut Gudenus zentrale Figur
Gudenus bezeichnete Anwalt M. mit Kanzlei in der Wiener Innenstadt als zentrale Figur in der Affäre, die ihn und FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache mehr als zwei Jahre später den Job kosten und die Regierung sprengen sollte. Der Jurist soll laut der nun von Gudenus vorgebrachten Version die Personen überhaupt erst zusammengebracht haben.

„Eine Immobilienmaklerin, die mit uns seit Langem befreundet ist, hat angerufen und gesagt, da interessiert sich jemand für euer Jagdgrundstück“, behauptet Gudenus im Gespräch mit dem „Kurier“. Damit kam Jurist M. ins Spiel. Schon früher soll dieser einem der ÖVP nahestehenden PR-Berater belastendes Material gegen FPÖ-Politiker angeboten haben.

Anwalt und Mittelsmann waren „alte Freunde“
„Der Anwalt hat dann den weiteren Kontakt gelegt, hat mir bestätigt, dass die Identitäten der Herrschaften echt sind. Er hat mir eine Passkopie der Lettin gezeigt. Das war ja ein EU-Pass“, so Gudenus. Der Wiener Anwalt und der deutsche Mittelsmann, ein Münchner, sagten demnach auch, sie seien „alte Freunde“. Den weiteren Kontakt soll Gudenus zufolge immer wieder der Mann aus München gehalten haben. „Die Anbahnung dauerte rund ein halbes Jahr, es gab mehrere Treffen, die sind anscheinend nach Wien eingeflogen“, so der Ex-FPÖ-Politiker. Im Nachhinein gesehen sei „allein der schauspielerische Aufwand für diese Inszenierung“ enorm gewesen.

Der „Presse“ erzählte Gudenus indessen, er habe den weiblichen Lockvogel zwei- bis dreimal in Wien gesehen, deren Vertrauten etwas öfter. Nach der verhängnisvollen Zusammenkunft auf Ibiza habe man die Dame nicht mehr gesehen.

Strache will seine Unschuld beweisen und „Hintermänner finden“
Zuvor hatte sich der tief gefallene Ex-FPÖ-Chef mit einer Kampfansage zurückgemeldet. Strache sieht sich in seinem Statement als Opfer von Kriminellen. „Wir werden die Hintermänner des kriminellen Videos und Dirty Campaignings aus dem Ausland gegen meine Person ausfindig machen und meine Unschuld beweisen“, teilte Strache am Dienstagmorgen auf Facebook mit.

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