So, 16. Juni 2019
21.05.2019 10:23

Kampfansage

Strache: „Ich werde meine Unschuld beweisen!“

Am Freitag tauchte das skandalöse Ibiza-Video auf, in dem sich Heinz-Christian Strache um Kopf und Kragen redete, am Samstag musste er als Vizekanzler zurücktreten und am Montag soll auch noch seine Ehefrau Philippa samt gemeinsamen Sohn zu ihren Eltern gezogen sein. Am Dienstag hat sich der tief gefallene Ex-FPÖ-Chef allerdings via Facebook mit einer Kampfansage zurückgemeldet. Darin wähnt er sich als Opfer und kündigt an, seine Unschuld beweisen zu wollen. „Dafür kämpfe ich“, so Strache.

Strache sieht sich in seinem Statement als Opfer von Kriminellen. „Wir werden die Hintermänner des kriminellen Videos und Dirty Campaignings aus dem Ausland gegen meine Person ausfindig machen und meine Unschuld beweisen“, teilte Strache am Dienstagmorgen auf Facebook mit.

Video-Falle zertrümmerte Straches Karriere
Bereits während des verhängnisvollen Abends 2017 auf Ibiza hatte Strache geahnt, dass er gerade in eine Falle tappt. So wunderte er sich über die „schmutzigen Fußnägel“ des russischen Lockvogels. Doch der ihn begleitende Johann Gudenus konnte ihn mit den Worten „Des is ka Falle“ wieder beschwichtigen, woraufhin Strache munter weiterplauderte und so seine Polit-Karriere binnen weniger Stunden regelrecht zertrümmerte.

Nach der Veröffentlichung des Videos am Freitagabend folgten neben enormen internationalem Medieninteresse die Rücktritte von Gudenus und Strache, nach nur rund eineinhalb Jahren die Auflösung der türkis-blauen Koalition und die Ankündigung von Neuwahlen im September 2019.

Ibiza-Affäre erreicht Straches Privatleben
Am Montag erreichte die Ibiza-Affäre dann auch Straches Privatleben, denn an diesem Tag soll laut engsten Freunden Ehefrau Philippa samt dem gemeinsamen Söhnchen Hendrik zu ihren Eltern gezogen sein. „Ich muss und will jetzt für meinen Sohn stark sein. Er gibt mir unheimlich viel Kraft“, so die 31-Jährige. Ihr Mann habe einen Fehler gemacht: „Er muss dazu stehen und mit den bitteren Konsequenzen leben.“ Sie selbst wolle nach vorne zu blicken und sich auf voll auf ihr erst fünf Monate altes Kind sowie ihr Engagement im Tierschutz zu konzentrieren, sagte Philippa Strache.

Entschuldigung bei Ehefrau bereits in Rücktrittserklärung
Bereits in seiner Rücktrittserklärung hatte Strache eingestanden, in der Villa in Ibiza „ein typisch alkoholbedingtes Macho-Gehabe“ an den Tag gelegt zu haben, „mit dem ich, ja, wahrscheinlich auch die attraktive Gastgeberin beeindrucken wollte“. Er habe sich „prahlerisch und peinlich übersteigert“ verhalten. „Und damit habe ich letztlich den wichtigsten Menschen in meinem Leben zutiefst verletzt, nämlich meine Frau. Und liebe Philippa, ich weiß, dass du jetzt zusiehst. Und ich kann verstehen, dass du verletzt und enttäuscht bist und ich hoffe, du kannst mir verzeihen, denn es tut mir aufrichtig leid. Und ich möchte mich von ganzem Herzen auch bei dir entschuldigen.“

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