10.05.2019 14:17 |

Neues Haus

Das Herz des Naturparkes im Ötztal schlägt nun

Fünf „Aorta“ führen in den 508 Quadratkilometer großen Naturpark Ötztal, im April gab es das Herz dazu: das Naturpark Haus. Es soll zentraler Dreh- und Angelpunkt werden und jenen pulsierend die Signale liefern, die die Ötztaler Natur live erforschen wollen.

Es ist wohl die Königsdisziplin von unter Schutz gestellten Gebieten: der Naturpark. Er fasst nämlich mehrere Schutzgebiete verschiedenster Kategorien zu einer Einheit zusammen. In Tirol existieren lediglich fünf Naturparks, der von imposanten Gletschern geprägte und 2006 ausgewiesene Naturpark Ötztal ist einer davon.

Krönung eines langen, konsequenten Weges
„Seit rund acht Jahren verfolgen wir das klar definierte Gesamtkonzept“, holt Geschäftsführer Thomas Schmarda aus, „an jenen Orten, an denen man in den Naturpark eintreten kann, wurden so genannte Info-Points errichtet. Konkret in Ambach, Niederthai, Gries, Vent und auf der Hohen Mut. Das Naturpark-Haus in Längenfeld als Herz des gesamten Organismus haben wir uns als letztes vorgenommen.“ Nicht ohne Stolz sieht sich Schmarda nun am Ziel eines langwierigen, aber erfolgreichen Weges, denn das Herz schlägt nunmehr seit Anfang April.

Bewusst schlicht beschriftet ist es spätestens am Aqua Dome-Kreisverkehr erkennbar. Daneben wird noch am „Badl“ gearbeitet. Das Schwefelbad hat nämlich die Geschichte Längenfelds mitgeprägt. Schmarda: „Gemeinde und Tourismusverband werden hier die Bad-Historie aufbereiten und präsentieren“.

Auf Präsentation ausgerichtet ist auch das Innenleben des nagelneuen Naturparkhauses. Das gut gehütete Geheimnis der Ausstellung ist nun endlich gelüftet, sie ist der heimischen Fauna und Flora gewidmet.

Den Eintritt beäugelt das überdimensionale Schneehuhn an der Wand, das NPH-Tier des Jahres 2019. Auf knapp 300 m2 Ausstellungsfläche inmitten der nachempfundenen Bergsilhouette wird die einzigartige Ötztaler Naturvielfalt mit all ihren Besonderheiten multimedial und hoch modern vermittelt. „Wir verzichten bewusst auf ausgestopfte Tiere oder an die Wand genadelte Schmetterlinge“, philosophiert der Biologe Schmarda, „wir haben alle Exponate aus Holz schnitzen lassen“.

Infotafeln gepaart mit modernster Technologie
Dass hier von der Umsetzungsfirma „Pro Natur“ ein professionelles, homogenes Ausstellungskonzept entwickelt wurde, ist bald klar. Besondere Ötztaler Pflanzen, Tiere und Lebensräume werden ebenso erklärt wie die Geologie samt den talgestaltenden Bergstürzen.

Zweisprachige Infotafeln gepaart mit modernster Technologie sorgen für die Möglichkeit, die Eindrücke mit alles Sinnen wahrzunehmen. Düfte können erraten werden, Hologramme visualisieren Sagen, ein elektronisches Quiz lässt auch Kinder spielerisch lernen und natürlich darf das Virtual Reality-Erlebnis mit VR-Brille nicht fehlen: Der Flug über die Rofenhöfe im Ventertal aus der Perspektive des Bartgeiers mit 360-Grad-Blick - unglaubliche, reale Eindrücke. „Die Flüge mit dem Tannenhäher und der Biene werden noch eingespielt!“

Der Touchscreen am Ausstellungsende sollte mit seinen 18 Themen die Gäste schlussendlich dahin navigieren, wo das Gesehene auch tatsächlich live erlebbar ist, nämlich zu den unzähligen Wanderwegen .

Keine Gastronomie, dafür Seminarraum
„Wir haben bewusst auf einen Gastronomiebetrieb verzichtet“, sagt Schmarda, „es gibt hier so viele gute Gasthäuser.“ Allerdings kann das Naturparkhaus einen Seminarraum mit rund 50 Plätzen anbieten, der auch für mobile Wechselausstellungen geeignet ist. Die Gesamtinvestitionssumme von 2,7 Mio. Euro wird von der EU, dem Land Tirol, den sechs Gemeinden und dem TVB getragen. Im Mai ist die sehenswerte Ausstellung von Mittwoch bis Sonntag (10 - 18 Uhr) geöffnet, ab Juni jeden Tag.

Der Traum der Crew ist es, dass sich das neue Schmuckkästchen zu Informationsdrehscheibe und Kompetenzzentrum für die Ötztaler Natur auswächst. Der Samen dafür ist auf jeden Fall einmal ausgesät.

Hubert Daum, Kronen Zeitung

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