30.04.2019 17:17 |

Kurde kämpfte 5 Jahre

Scharfschütze: „Ich erschoss 250 IS-Kämpfer“

Ein Scharfschütze hat im Kampf gegen die Terrormiliz IS 250 Dschihadisten erschossen und gibt zu, dass er Spaß beim Töten der Kämpfer hatte. Ab 2014 verteidigte der Kurde Azad Cudi seine Heimat Syrien gegen den Terror, musste dabei nicht nur gegen den IS, sondern auch gegen Hunger und Übermüdung kämpfen. Nun schildert er die dramatischen Momente, die er im Kampf erlebte, in einem Buch.

Er wurde bei einem seiner unzähligen Gefechte mit der Terrororganisation verwundet und sah viele Freunde sterben - Azad Cudi musste töten, um zu überleben. Der gebürtige Iraner schrieb ein Buch über seine Zeit im syrischen Bürgerkrieg. In „Die Stille vor dem Schuss“ schildert er seinen erbitterten Widerstand gegen die Übermacht der Dschihadisten.

Dabei hätte Azad auch ein ruhiges, behütetes Leben in Europa führen konnte. Der 35-Jährige ging nach seiner Schulausbildung zum Militär, merkte jedoch rasch, dass er nicht für das Regime arbeiten und gegen sein eigenes Volk kämpfen wollte. Er floh 2004 nach Großbritannien, bekam dort Asyl und ist seitdem britischer Staatsbürger.

Als der IS seine Heimat bedrohte, beschloss Azad zu kämpfen
Doch als der IS sich in Syrien ausbreitete, gab Azad sein gesichertes Leben in Europa auf. Er wollte seinem Volk, den Kurden, beistehen. Die IS-Kämpfer waren zu diesem Zeitpunkt bis wenige Kilometer vor seinem Heimatort
Qamishli vorgedrungen. Er schloss sich der kurdischen YPG-Miliz an. Aufgrund seines Talents im Umgang mit der Waffe wurde er schließlich Scharfschütze.

Ab 700 Metern wird auf den Körper statt in den Kopf geschossen
„Bei bis zu 500 Metern Distanz zielte ich auf Kopf, der sehr einfach und sauber abzuschießen war“, erzählte Azad der britischen Zeitung „The Sun“. „Wenn das Ziel weiter weg war - 700 oder 800 Meter -, habe ich mich für den Körper entschieden. Das ist die gängige Technik eines Scharfschützen, dass man bei mehr als 700 Metern auf den Körper zielt.“ Dafür musste er teilweise stundenlang versteckt hinter einer Mauer oder getarnt im Freien ausharren, „wie ein kalter Stein“, erinnert sich der 35-Jährige.

Auch die Auswirkungen seiner Schüsse hat der Brite noch gut in Erinnerung: „Der Kopf springt hoch und wird etwas nach hinten geschleudert. Der Körper dagegen zerplatzt wie ein Ballon“, so Azad. Die Gesichter seiner Gegner habe er dabei genau erkennen können. Etwa 250 IS-Kämpfer habe er in fünf Jahren erschossen. Menschen zu töten, sei ihm dabei anfangs keinesfalls leicht gefallen - aber als er einige seiner Kameraden fallen gesehen habe, habe sich seine Einstellung geändert.

„Sie griffen uns in großer Zahl an, und wir verloren so viele unserer Leute und so viele von uns wurden verwundet“, so der Scharfschütze. Als sie einen Sieg über die feindlichen Einheiten erzielten konnten, „gab mir dieser Erfolg, zu dem auch das Töten von IS-Kämpfern gehört, eine Art Gefühl von Zufriedenheit und Vergnügen“, erzählte Azad. Er habe aber gewusst, dass es eigentlich falsch sei, so zu fühlen.

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