Schweizer Jobinserat

Tech-Start-up sucht Personal für 100-Stunden-Woche

Wirtschaft
28.11.2025 16:08

In der Schweiz sorgen Jobangebote eines Tech-Start-ups derzeit für Aufsehen: Das Unternehmen sucht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereit sind, 80 bis 100 Stunden pro Woche zu arbeiten. Ein „paar Sonntage“ seien frei, heißt es.

Während andere Unternehmen auf flexible Arbeitszeiten, eine Vier-Tage-Woche oder gar weniger Wochenstunden setzen, sehen die Stellenausschreibungen von Forgis ganz anders aus. Gefordert werden 80 bis 100 Stunden Arbeit pro Woche. „Wir suchen derzeit Gründungsmitglieder, keine Mitarbeiter“, sagte CEO Federico Martelli zur Schweizer Zeitung Blick. „Ich glaube, es ist legal, meine Zeit so zu verbringen, wie ich es möchte.“ Auf Linkedin hat das Unternehmen bis Freitag unter anderem einen Marketingchef und KI-Ingenieurinnen sowie KI-Ingenieure gesucht.

Diese müssen nicht nur bereit sein, viel zu arbeiten, sondern auch hohe Bildungsabschlüsse vorweisen können, nämlich einen Master of Science einer „Spitzenuniversität, zum Beispiel der ETH, von Oxford oder Cambridge“. Bezahlt werden umgerechnet weniger als 6300 Euro im Monat. Das Start-up übernimmt aber auch die Miete für die Unterkunft in der Stadt Schlieren. „Wenn jemand das nicht möchte, zwingen wir niemanden, sich zu bewerben“, sagte Martelli über die Arbeitsbedingungen.

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Wenn jemand das nicht möchte, zwingen wir niemanden, sich zu bewerben.

Federico Matelli, CEO Forgis

Tausende Bewerbungen
Trotz dieser Anforderungen sind laut ihm schon Tausende Bewerbungen für die ausgeschriebenen Stellen eingegangen. Er würde alle genau prüfen, versprach der CEO.

Ob es in der Schweiz tatsächlich zulässig ist, 80 bis 100 Stunden pro Woche zu arbeiten, kann laut dem Bericht nicht eindeutig geklärt werden. Einerseits sieht das Arbeitsgesetz je nach Branche und Tätigkeit eine maximale Arbeitszeit von 45 bis 50 Stunden in der Woche vor. Andererseits müssen arbeitsrechtliche Schutzvorschriften oft nicht berücksichtigt werden, wenn sich die Arbeitenden als Gesellschafterin und Gesellschafter beteiligen. Eindeutig aus den Stellenausschreibungen gehe das jedenfalls nicht hervor, sagte Roger Rudolph, Professor für Arbeitsrecht an der Universität Zürich.

Das ist die rechtliche Situation in Österreich
Das neue Unternehmen hat eine Software entwickelt, die mit Künstlicher Intelligenz arbeitet, um Produktionsprozesse in Echtzeit zu analysieren und optimieren.

In Österreich beträgt die Normalarbeitszeit für Vollbeschäftigte 40 Stunden pro Woche, wobei der Kollektivvertrag in vielen Branchen 38 oder 38,5 Wochenstunden vorsieht. Fallweise dürfen bis zu 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden in der Woche gearbeitet werden, im Viermonatsschnitt dürfen es aber nicht mehr als 48 Wochenstunden sein. Wie sich die Arbeitszeit genau gestaltet, ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben in jeder Woche Anspruch auf eine Ruhezeit von mindestens 36 Stunden, wobei sich dieser Anspruch bei Schichtarbeit (auf bis zu 24 Stunden) verkürzen kann.

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