30.04.2019 07:30 |

Karriere-Ende

„Mein Körper hat mich angebrüllt“

Der Bandscheiben-Vorfall Ende Jänner samt nachfolgender Operation war dann doch zu viel: Riesentorlauf-Spezialist Philipp Schörghofer beendete mit 36 Jahren die Karriere. Seiner Skifirma bleibt er als Botschafter treu, ein Job als TV-Kommentator würde ihn reizen.

Wenn ein Skifahrer „Servus“ sagt, dann arbeitet Frau Holle selbst Ende April noch einmal auf Hochtouren. Wie am Montag in Obertauern, als Philipp Schörghofer bei dichtem Schneetreiben seine „letzte Dienstfahrt“ im ÖSV-Renndress absolvierte. Um zu zeigen: Ja, zum Skifahren geht es mit 36 weiter ganz gut. Zum Rennfahren reicht es aber nicht mehr. „Adelboden am 12. Jänner war mein 100. und letztes Weltcuprennen“, sagte der RTL-Spezialist, „ es war eine mega Zeit mit schönen und schweren Momenten, aber das gehört dazu.“ In den letzten zwei Jahren überwogen die harten Momente. „Mein Körper hat viel mit mir geredet. Und nach dem Bandscheibenvorfall Ende Jänner samt nachfolgender OP hat er mich angebrüllt“, war das für „Schörgi“ das endgültige Zeichen, um aufzuhören.

Für ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher ist klar: „Philipp war einer der technisch besten Skifahrer der Welt. Er hätte noch mehr erreichen können, das Problem war der Körper.“ Der ihn immer wieder bremste. Nach einem Knorpelschaden im Knie 2017 kämpfte sich der Filzmooser noch einmal zurück. „Aber nicht in der Form, in der ich es mir vorgestellt habe. Um Platz 20 zu fahren, ist nicht mein Anspruch. Vor allem, wenn du schon vorne dabei warst.“

Sechs Podestplätze („Bei allen Klassikern, außer Beaver Creek“) bleiben auf der Habenseite, davon ein Sieg, in Hinterstoder 2011. „Der zählt für mich mehr als WM-Bronze im selben Jahr in Garmisch“, sagt der zweifache Team-Weltmeister.

Er bleibt dem Skisport auf jeden Fall erhalten. „Ich arbeite weiter mit meiner Skifirma Augment als Botschafter und Scout zusammen, will mit meiner Sportmanagement-Firma RK&P Projekte vorantreiben, auch jungen Athleten meine Erfahrung weitergeben. Und der Medienbereich interessiert mich. Wenn ein gescheiter RTL-Experte im TV gesucht wird, wäre das für mich interessant.“

Die Zeit gehört künftig auch verstärkt Frau Nina und Sohnemann Matthäus (3). Der Trainerjob an sich reizt ihn derzeit aber nicht. Da bekommt die RTL-Truppe im ÖSV mit Benjamin Prantner (39) aus Tirol einen neuen Coach. Schörghofer wird interessierter Beobachter bleiben. „Ich freue mich nun auf den neuen Lebensabschnitt, bin erleichtert und gelassen. Ich kann nur Danke sagen, insbesondere auch bei meinen Eltern. Sie haben mir den Kindheitstraum, den ich so lange leben durfte, ermöglicht.“

Herbert Struber
Herbert Struber
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