16.04.2019 16:12 |

Nächste Runde in Causa

Ballett-Eltern: „Unsere Kinder sind keine Opfer“

Im Skandal rund um die schweren Vorwürde gegen Lehrer der Wiener Staatsoper haben sich nun Eltern in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt. „Unseren Kindern geht es um die Freude am Tanzen. Sie verfolgen eine Leidenschaft, die aus ihnen selbst kommt. Ohne diesen inneren Drang funktioniert es nämlich nicht“, heißt es in dem Schreiben, dass die Institution, die wegen Demütigungen, Gewalt und Drill bis hin zu einem sexuellen Übergriff in Verruf geraten war, in Schutz nehmen will.

„Sie sind keine Opfer“, stellen Dutzende Eltern in dem offenen Brief klar. Selbstverständlich seien Misshandlungen und sexuelle Übergriffe absolut indiskutabel und als sie seien die ersten, die an einer lückenlosen Aufklärung interessiert seien.

Doch man dürfe die Leidenschaft der Kleinen nicht als unbezahlte Kinderarbeit verunglimpfen. „In Wirklichkeit sehen unsere Kinder solche Auftritte als Zeichen der Anerkennung und als einzigartige Möglichkeit, ihr Können zu präsentieren und die so wichtige Bühnenerfahrung zu sammeln“, wird in dem Schreiben betont.

Positiv für Eltern: Künftige psychologische Betreuung der Kinder
„Wenn in den oberen Klassen ein internationales Spitzenniveau erreicht werden soll, ist so wie in jeder Art des Spitzensports oder bei Profimusikern ein sehr hoher Einsatz erforderlich. Dieser Einsatz kann auch an Grenzen gehen, die wir Eltern und die Lehrkräfte genau beobachten müssen“, wird erklärt. Dennoch hätte die aktuelle Debatte etwas Gutes, denn sie würde „die Aufmerksamkeit auf diese laufende Begleitung der Elevinnen und Eleven“ lenken. Außerdem sei positiv, „dass sich die Ballettakademie der Wiener Staatsoper künftig - im Sinne einer modernen Ausbildungsstätte - auch dem Thema der psychologischen Betreuung der Kinder widmen wird.“

Die Ballettschüler bräuchten allerdings kein Mitleid und Bedauern seitens der Öffentlichkeit - sei seien „kleine Heldinnen und Helden, denen wir Anerkennung und Achtung zukommen lassen möchten oder auf jeden Fall mehr Verständnis für ihre Leidenschaft - das Tanzen.“

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