10.04.2019 06:00 |

Weltweiter Rückgang

Zahl der Hinrichtungen im Vorjahr um 31% gesunken

Sowohl die Zahl der Hinrichtungen als auch die Zahl der verhängten Todesurteile ist im Vorjahr weltweit weiter zurückgegangen. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hervor. Demnach sank die Zahl der Hinrichtungen um 31 Prozent (von 993 im Jahr 2017 auf 690 im Vorjahr) und erreichte damit den tiefsten Stand seit zehn Jahren.

Geringfügig rückläufig war auch die Zahl der Todesurteile. Hatte diese 2017 noch 2591 betragen, sank sie 2018 auf leicht auf 2531. Der Generalsekretär von Amnesty International, Kumi Naidoo (Bild unten), betonte, die Todesstrafe sei keine Lösung. Der starke globale Rückgang von Hinrichtungen zeige, dass selbst Staaten, von denen man es nicht erwarten würde, das erkennen.

Trotz Rückschritten in einigen Ländern sei die Zahl der Hinrichtungen weltweit zurückgegangen. Vor allem in einigen Staaten, die seit Jahren am häufigsten Menschen hinrichteten. Dies sei ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis diese grausame Strafe der Vergangenheit angehöre, so Naidoo.

Keine Zahlen zu Hinrichtungen in China
Unklar bleibt wie in den Vorjahren, wie viele Hinrichtungen es in China gegeben hat. Hier wird von Amnesty geschätzt, dass jedes Jahr Tausende Menschen zum Tod verurteilt und hingerichtet wurde. Erstmals enthalten ist in der Aufzählung Vietnam, wo es im Vorjahr 85 Hinrichtungen gab.

Zahl der Todesurteile im Irak 2018 vervierfacht
Verbessert hat sich die Lage von 2017 auf 2018 im Iran (die Zahl der Hinrichtungen sank von 507 auf 253), im Irak (von 125 auf 52), in Pakistan (von 60 auf 14) und in Somalia (von 24 auf 13). Gleichzeitig hat sich im Irak die Zahl der Todesurteile aber vervierfacht (von 65 auf 271). In Ägypten gab es eine Erhöhung von 402 auf 717 Todesurteile.

Amnesty kämpft seit 40 Jahren gegen Todesstrafe
Naidoo sagte, langsam aber stetig werde ein globaler Konsens erreicht, die Todesstrafe zu beenden. Amnesty kämpfe seit mehr als 40 Jahren für den Stopp von Hinrichtungen. Allerdings seien nach wie vor 19.000 Menschen weltweit in der Todeszelle. Derzeit haben 106 Länder die Todesstrafe vollständig abgeschafft, insgesamt 142 Staaten wenden sie nicht mehr an.

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