Rang drei sicherte sich mit einer halben Minute Rückstand im Sprint vor dem Steirer Mario Stecher der Norweger Magnus Moan. Fünfter wurde Bernhard Gruber. Der Zieleinlauf der Top Drei entsprach auch dem Weltcup-Endstand.
Hängt Gottwald noch eine Saison an?
Ob das Rennen in Oslo Schlusspunkt der Saison oder sogar der ganzen Karriere von Gottwald war, ist zurzeit noch unklar. Der Salzburger hat seine Entscheidung über die Fortsetzung der so erfolgreichen Laufbahn vorerst aufgeschoben. Bei der Generalprobe für die WM 2011 in Oslo, dem Weltcup-Finale am Holmenkollen, sammelte der 34-Jährige jedenfalls nochmals viele positive Eindrücke. So wie am Vortag mit dem Team holte der Salzburger auch am Sonntag im letzten Einzelbewerb des Olympia-Winters den zweiten Platz. 14,5 Sekunden hinter dem Franzosen Jason Lamy Chappuis, der auch die Weltcup-Gesamtwertung vor Gottwald für sich entschied.
Gottwald war nach gutem Sprung als 18. (+1:23 Minuten hinter Lamy Chappuis) in den 10-km-Langlauf gestartet, war bei Halbdistanz schon Dritter, setzte sich im Finish vom Norweger Magnus Moan ab, um alleine den Spitzenreiter aus Frankreich zu jagen. 46 Sekunden für fünf Kilometer waren aber zu viel. "Ich hab's probiert, aber er war zu weit weg", erklärte der Weltcupsieger von 2001. Lamy Chappuis hatte im Springen (Rang 2) mit 136 Meter Schanzenrekord auf dem neuen Bakken fixiert (Willi Denifl war im Probedurchgang sogar bei 137,5 m gelandet).
Sechster Saisonsieg für Lamy Chappuis
Lamy Chappuis feierte seinen sechsten Saisonerfolg, den insgesamt elften und eroberte 18 Jahre nach Fabrice Guy zum zweiten Mal die Weltcup-Trophäe für Frankreich. "Jason ist von Anfang an auf sehr hohem Niveau gesprungen, da konnte ich ihm nicht Paroli bieten", sagte Gottwald. Er selbst sei im Winter nie so stark gesprungen wie im Sommer nach der zweijährigen Pause, merkte er an, dazu hätten Trainingsphasen gefehlt. "Ich hatte im Springen nur selten die ultimative Lockerheit."
Die Bilanz Gottwalds nach der ersten Saison seiner zweiten Karriere fiel jedenfalls positiv aus. "Der Spaßfaktor war fast immer groß", sagte der Wahl-Ramsauer. Einige Dinge seien nicht optimal gewesen, meinte er und sprach den Großschanzen-Bewerb in Vancouver an, wo u.a. auch ihm durch die sich verschlechternden Bedingungen im Springen jede Chance genommen worden war. "Dem trauere ich etwas nach, denn da hätte ich gute Chancen gehabt. Aber so etwas gehört halt auch dazu", betonte Österreichs erfolgreichster Olympionike.
"Potential ist noch immer da"
"Es hat jedenfalls viel Spaß gemacht, das Potenzial ist noch immer da", erklärte Gottwald in Oslo. Dass er neuerlich eine Laufbestzeit erzielt habe, sei der Beweis, dass die Basis stimme. "Das Springen ist leider nicht immer so gut gewesen wie heute, darauf könnte man aufbauen."
Der dreifache Olympiasieger will nun in der Natur abschalten, Skitouren gehen, klassisch langlaufen und dabei auch über die Zukunft nachdenken. "Ich bin selbst interessiert, dass die Entscheidung bald fällt, aber derzeit bin ich noch hin- und hergerissen. Und wenn man noch eine Saison anhängt, muss man den vollen Biss haben." Er hätte jedenfalls auch Möglichkeiten abseits des Spitzensports. Egal, wie die Entscheidung ausgeht, eines ist fix: Im Frühjahr wird Gottwald mit seiner Partnerin Alexandra in das neue Holzhaus in Ramsau einziehen. "Das wird wunderschön, da freuen wir uns schon total darauf."
Österreich gewinnt erneut Nationencup
Der überlegene Gewinn des Nationencups durch Österreich (zum dritten Mal nach 2000/01 und 2006/07) wurde in Oslo durch ein starkes Abschneiden nochmals manifestiert. Mario Stecher musste sich Moan wie am Vortag mit dem Team erst im Finish geschlagen geben und wurde Vierter (+31,1), unmittelbar vor Bernhard Gruber (+57,3). Danach durfte das gesamte ÖSV-Team auf dem Siegespodest posieren, neben Athleten, Trainern und Betreuern stand auch der neue Sportdirektor Ernst Vettori freudestrahlend dort oben.
Stecher macht seine Karriere-Fortsetzung bis zur WM 2011 vom Verbleib des Trainerteams mit Baard Jörgen Elden und Falko Krismayr abhängig und auch Gruber, der Olympia-Dritte, plädiert für eine Weiterarbeit dieses Duos.
Der Salzburger Gruber war nach schwierigem Saison-Start gerade rechtzeitig für die Winterspiele in Form gekommen. "Zuerst kam die Sprungform zurück, dann ist auch das Laufen immer besser geworden, jetzt taugt's mir in der Loipe, ich konnte heute im Rennen noch richtig pushen", erklärte der Gasteiner, der große Motivation für weiteres Schneetraining ("Langlaufen in Sportgastein") und die sommerliche Vorbereitung auf den WM-Winter gesammelt hat.
Endklassement in Oslo:
Rang | Name | Nation | Zeit |
1. | LAMY CHAPPUIS Jason | FRA | 25:58.3 Min. |
2. | GOTTWALD Felix | AUT | 26:12.8 |
3. | MOAN Magnus-H. | NOR | 26:29.1 |
4. | STECHER Mario | AUT | 26:29.4 |
5. | GRUBER Bernhard | AUT | 26:55.6 |
6. | KOIVURANTA Anssi | FIN | 26:56.2 |
7. | RYYNÄNEN Janne | FIN | 27:03.7 |
8. | EDELMANN Tino | GER | 27:07.7 |
9. | TANDE Petter L. | NOR | 27:10.2 |
10. | DEMONG Bill | USA | 27:11.3 |
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12. | LODWICK Todd | USA | 27:11.8 |
13. | BIELER Christoph | AUT | 27:29.2 |
20. | KREINER David | AUT | 27:53.2 |
23. | DRUML Tomaz | AUT | 27:59.2 |
27. | DENIFL Wilhelm | AUT | 28:25.7 |
32. | SPILLANE Johnny | USA | 28:46.3 |
49. | KLAPFER Lukas | AUT | 30:33.0 |
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