Mi, 24. April 2019
04.04.2019 17:16

Großeinsatz

Crash mit Lkw: Zug in Wien entgleist

Folgenschwerer Zugunfall am Donnerstagvormittag in Wien-Donaustadt: Ein Zug stieß auf einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Lastwagen zusammen, der vordere Teil der Bahn sprang daraufhin aus den Schienen und entgleiste. 16 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. 

Für die Eisenbahnkreuzung war bereits ein Verfahren eingeleitet worden, dass diese aufgelöst werden soll, sagte ÖBB-Sprecher Daniel Pinka am Donnerstagnachmittag. Der Unfall passierte kurz vor 11 Uhr auf einer technisch nicht gesicherten Eisenbahnkreuzung in Essling. Vor dem Übergang befand sich ein Andreaskreuz. Der Lkw-Fahrer dürfte den Regionalzug der Marchegger Ostbahn übersehen haben, als er von einer Baustellenausfahrt kommend übersetzte.

Der Lkw wurde rund 30 Meter mitgeschleift, ehe der Zug entgleiste. Der vordere Triebwagen kam nach dem Unfall auf dem Lastwagen zu liegen und hing mit der Front in der Luft. „Wir haben mit einer Drehleiter den Triebfahrzeugführer herausgeholt“, sagte Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf. Der Mann erlitt Verletzungen im Bereich des Oberkörpers, er wurde vom Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Lkw-Lenker aus Fahrerkabine befreit
Auch der schwer verletzte Lkw-Lenker war in seiner Fahrerkabine eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Der 53-Jährige wurde mit einem Schädel-Hirn-Trauma, Prellungen und einer Rissquetschwunde ins Krankenhaus gebracht. Eine 50 Jahre alte Frau, die im hinteren Zugteil gesessen war, erlitt Prellungen sowie schwere Verletzungen am Oberkörper. Alle drei Schwerverletzten waren nicht in Lebensgefahr, berichtete Daniel Melcher, Sprecher der Berufsrettung, am Unfallort. 13 weitere Bahnpassagiere wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Für die Blaulichtorganisationen bedeutete die Kollision auf dem unbeschrankten Bahnübergang einen Großeinsatz. Neben 60 Feuerwehrleuten war die Berufsrettung mit Teilen des Katastrophenzugs an Ort und Stelle. Die Feuerwehr sicherte am Nachmittag den entgleisten Waggon mit Stahlseilen und bereitete die Bergung vor. Außerdem pumpten die Einsatzkräfte Diesel sowohl von der Lok als auch vom Lkw ab.

Für die Bergung wurden am Nachmittag ein sogenannter Hilfszug, der mit einem Kran ausgestattet ist, sowie ein Autokran-Lkw am Unfallort erwartet. Mit diesem sollen die beiden Garnituren wieder auf die Gleise gehoben - wenn das technisch möglich ist - und anschließend mit dem Hilfszug abgeschleppt werden. „Die Bergung ist für die Nachtstunden geplant“, sagte Pinka. Die Strecke zwischen Wien-Aspern und Raasdorf war nach dem Unfall unterbrochen und dürfte laut ÖBB bis Freitag 14 Uhr gesperrt bleiben. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Züge von und nach Bratislava werden über Gänserndorf umgeleitet.

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