01.04.2019 22:04 |

KAGes zieht es durch

Leoben: Chirurgie hat Kompetenzen abgegeben

Der Protest von KPÖ, FPÖ und SPÖ-Bürgermeister Kurt Wallner war - wie berichtet - heftig; genutzt hat es wenig: Seit Montag ist die Abwanderung von Leistungen aus der Leobner Chirurgie Realität. Laut einer internen Information an die KAGes-Mitarbeiter werden spezielle Thorax-Operationen nur mehr in Graz gemacht; gleichzeitig wird die Unfallchirurgie nach Bruck verlegt. Argumentiert wird der Schritt mit fehlenden Fallzahlen. Eine „unfallchirurgische Basisversorgung“ soll aber im LKH Leoben erhalten bleiben, heißt es. Außerdem neu: Der Brucker Primar Rudolf Schrittwieser übernimmt zusätzlich die Chirurgie-Leitung in Leoben.

Im Folgenden der Brief der Spitalsgesellschaft KAGes an ihre Mitarbeiter:

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Wie Ihnen aus der anstaltsinternen und auch öffentlich geführten Diskussion bekannt, sind am LKH Hochsteiermark im Bereich der Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie Änderungen in der medizinischen Angebotsgestaltung vorgesehen.

Dazu erlauben wir uns, Sie über den aktuellen Stand der Umsetzung wie folgt zu informieren:

1. Nach den übergeordneten Strukturvorgaben des Österreichischen Strukturplanes Gesundheit (ÖSG) dürfen bestimmte thoraxchirurgische Operationen nur an Referenzzentren für Thoraxchirurgie durchgeführt werden. Das ist die Klinische Abteilung für Thoraxchirurgie und hyperbare Chirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie am LKH Universitätsklinikum Graz. Auch die Ösophaguschirurgie wird an dieses Zentrum verlagert. Gemäß dieser Vorgabe werden ab 1.4.2019 am LKH Hochsteiermark keine derartigen Operationen durchgeführt.

2. Im Zusammenhang mit geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen ist eine Verlagerung von unfallchirurgischen Leistungen von der Abteilung für Chirurgie des Standortes Leoben an die Abteilung für Unfallchirurgie des Standortes Bruck an der Mur vorgesehen. Zum aktuellen Stand der Vorbereitung dieser Verlagerung geben wir Ihnen nachstehende Zwischeninformation.

  • Eine vom KAGes-Vorstand beauftragte Gruppe arbeitet derzeit an der Feinabstimmung dieses Veränderungsprozesses.
  • Demnach ist am Standort Leoben auch weiterhin die Sicherstellung der unfallchirurgischen Basisversorgung zu gewährleisten.
  • Der Umfang der Versorgung wird sich dabei an den Vorgaben des unfallchirurgischen Gesamtversorgungskonzepts („Traumanetzwerk Steiermark“) orientieren. Dieses sieht eine abgestufte Form der unfallchirurgischen Versorgung vor, wonach unfallchirurgische Grundversorgungsleistungen auch für allgemeinchirurgische Ambulanzen/Abteilungen vorzuhalten sind.
  • In die Planungen zur zukünftigen Angebotsgestaltung wird auch das KAGES-weite Konzept zur unfallchirurgischen Versorgung von Kindern einbezogen.

Die endgültigen Festlegungen werden bis spätestens Ende des 2. Quartals des Jahres 2019 getroffen.

Weiters informieren wir Sie darüber, dass ab Juli 2019 Prim. Dr. R. Schrittwieser (dzt. Leiter der Chirurgie Standort Bruck) an beiden Standorten des LKH Hochsteiermark den Abteilungen für Allgemeinchirurgie vorstehen wird.

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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