11.03.2019 21:17 |

Kölner Silvesternacht

661 Opfer, aber nur 3 Sexualstraftäter verurteilt

Die strafrechtliche Aufarbeitung der Kölner Silvesternacht von vor drei Jahren hat ein ernüchterndes Ergebnis gebracht. Zwar zeigten nach dem Jahreswechsel 2015/2016 661 Frauen Sexualdelikte an, doch nur drei Sexualstraftäter konnte die Justiz letztlich überführen. Zwei dieser drei Täter erhielten Bewährungsstrafen - wegen sexueller Nötigung und Beihilfe. Insgesamt endeten 32 Prozesse mit Verurteilungen, meist ging es dabei aber um Raub, Diebstahl und Hehlerei.

„Insgesamt fällt das Ergebnis ernüchternd aus“, sagte Gerichtssprecher Wolfgang Schorn dem deutschen Magazin “Spiegel“. „Die tumultartige Situation der Silvesternacht hat zu einer schwierigen Beweislage geführt.“ So sei es kaum möglich gewesen, einzelnen Tätern konkrete Handlungen zuzuordnen.

Anfangs Ermittlungen gegen 290 Verdächtige
Nach den massenhaften Übergriffen auf Frauen und Diebstählen im Umfeld des Kölner Hauptbahnhofs hatte die Staatsanwaltschaft dem Bericht zufolge gegen 290 Verdächtige ermittelt, doch nur 52 von ihnen wurden in insgesamt 43 Verfahren angeklagt. Bei den Angeklagten handelte es sich laut Amtsgericht vor allem um Algerier, Marokkaner und Iraker.

Verurteilungen meist wegen Raub, Diebstahl und Hehlerei
Von den 43 Verfahren wurden sechs bis auf Weiteres eingestellt, weil sich der Aufenthaltsort der mutmaßlichen Täter nicht feststellen ließ. 37 Verfahren gingen zu Ende - fünf wurden teilweise gegen Auflagen eingestellt, 32 endeten mit Verurteilungen. Meist ging es dabei um Raub, Diebstahl und Hehlerei. Die höchste Strafe bekam ein 30-jähriger Algerier, der wegen räuberischen Diebstahls zu einem Jahr und elf Monaten Gefängnis verurteilt wurde.

Dieses Ergebnis war übrigens bereits Ende 2016 vorhersehbar gewesen. Nordrhein-Westfalens Innenministerium legte damals auf Anfrage der FDP folgende Zahlen vor: Allein beim Kölner Polizeipräsidium seien 1205 Strafanzeigen (Stand: 25. Oktober 2016) eingegangen, 509 dieser Anzeigen hätten sexuell motivierte Tathandlungen, darunter auch 22 Vergewaltigungen, zum Gegenstand gehabt. Allerdings hätten in 369 der 509 Fälle von sexuellen Übergriffen keine Tatverdächtigen ermittelt werden können. Insgesamt habe es laut Staatsanwaltschaft 1304 Strafanzeigen gegeben.

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