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Snowboarder Benjamin Karl holt die Silbermedaille

Sport
28.02.2010 08:15
Snowboarder Benjamin Karl hat am Samstag bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver die Silbermedaille im Parallel-Riesentorlauf geholt. Der Slalom-Weltmeister aus Niederösterreich hatte am Cypress Mountain im Finale gegen den Kanadier Jasey Jay Anderson das Nachsehen.

Für Österreichs Boarder ist dieses Edelmetall historisch, denn bisher waren Bronze-Medaillen durch Brigitte Köck (1998), Siegfried Grabner (2006) und Marion Kreiner (2010) die besten rot-weiß-roten Resultate in olympischen Snowboard-Bewerben gewesen.

Einen Steckbrief von Benjamin Karl sowie Stimmen zum Rennen findest du in der Infobox!

Karl: "Der absolute Hammer"
"Das ist der absolute Hammer, ich bin einfach nur glücklich und zufrieden", sagte Karl. "Mir sind die Tränen schon fast gekullert, als ich wusste, dass ich eine Medaille fix hab." Natürlich blieb auch kleiner Ärger über den einzigen Fahrfehler an diesem Tag, der ausgerechnet im finalen Lauf passierte. "Ich war super drauf, aber ein kleiner Ritzer - und es ist vorbei. Mit Gold hat es nicht sein sollen, aber es kommen noch weitere Olympische Spiele. Das ist eine sehr wichtige Medaille für die österreichischen Snowboarder."

Karl war im 16er-Feld mit vielen Routiniers zunächst souverän. Der 24-jährige Wilhelmsburger setzte sich in der ersten K.-o.-Runde gegen den italienischen Außenseiter Aaron March ebenso souverän durch wie im Viertelfinale gegen den Slowenen Zan Kosir und im Halbfinale gegen den Franzosen Mathieu Bozzetto.

Gold war zum Greifen nah
Eine Medaille bereits fix in der Tasche war der "Flachländer" aus dem Voralpenland auch im großen Finale gegen Anderson zunächst souverän. Im Duell Slalom- gegen Riesentorlauf-Weltmeister fuhr der Österreicher gewaltige 0,76 Sekunden Vorsprung auf den kanadischen Routinier heraus. Doch als es um alles ging, machten zwei kurze Unkonzentriertheiten doch noch alles noch zunichte.

Für den 34-jährigen Anderson war es hingegen eine Erlösung. In 14 Jahren hatte "J.J." alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, der Kanadier war auch vierfacher Weltcup-Gesamtsieger. Eine Olympia-Medaille hatte er aber bis Samstag noch nie geschafft, die erste war damit gleich aus Gold. Ähnliches galt für Bozzetto, der sich wie Anderson mit der letzten Chance Bronze und damit ebenfalls im letzten Abdrücker seine erste Olympia-Medaille sicherte. Die PGS-Herren erhielten ihr Edelmetall gleich anschließend im Zielstadion.

Prommegger unter den Erwartungen
Für die hoch gehandelte ÖSV-Truppe begann der Bewerb hingegen alles andere als verheißungsvoll. Routinier Siegfried Grabner und Ingemar Walder scheiterten schon in der Qualifikation, wobei Grabner nach nur wenigen Sekunden stürzte. Quali-Sieger Prommegger, wie Karl als einer der Topfavoriten gestartet, schied dann gleich in der ersten K.-o.-Runde aus.

Der 29-jährige Salzburger, in der Eliminationsrunde noch klar der schnellste Mann im Feld, riss gegen den 37-jährigen US-Amerikaner Chris Klug schon im ersten Lauf mit 0,88 Sekunden einen zu großen Rückstand auf. Selbst seine beherzte Fahrt im Retourlauf nützte nach einem neuerlichen Fehler im unteren Teil nichts mehr. Der Salzburger warf sich zwar noch verzweifelt über die Ziellinie, schied aber mit einem Gesamtrückstand von 0,25 Sekunden aus.

Pech für Grabner
Riesenpech hatte Grabner, für den Olympia nur wenige Sekunden dauerte. Der Routinier aus Kärnten, der wegen einer Knöchelverletzung vor den Spielen zwei Monate pausieren hatte müssen, stürzte im ersten Lauf kurz nach dem Start und zerstörte beim Einschlag ins Netz auch noch sein Eigenbau-Board.

Das Ergebnis:
1. Jasey-Jay Anderson (CAN)
2. Benjamin Karl (AUT)
3. Mathieu Bozzetto (FRA)
4. Stanislaw Detkow (RUS)
5. Simon Schoch (SUI)
6. Zan Kosir (SLO)
7. Chris Klug (USA)
8. Rok Flander (SLO)

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