27.02.2019 13:52 |

Famoser Markovics

„Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“

Der 12-jährige Paul entstammt einer altösterreichischen Zuckerbäckerdynastie. Wohlhabend sind sie, die Silbersteins, familiäre Wärme bleibt dem Filius eines despotischen Patriarchen, der von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben wurde, um verhärmt, die Seele verätzt von bitterem Zynismus zurückzukehren, und Frau und Kinder schikaniert.

Als Paul aufbegehrt, verbannt der Vater (famos: Karl Markovics) ihn in das jesuitische Internat in Attweg. Doch der Knabe lässt sich nicht brechen, frei nach dem Motto: „Werde nicht wie alle, die du nicht sein willst“.

Regisseur Rupert Henning offeriert uns ein exquisites kammerspielartiges Stück österreichischer Zeitgeschichte, verortet in den 1950er-Jahren, das auf einer gleichnamigen autobiografisch gefärbten Erzählung von André Heller fußt.

Großartig der fabelhafte Filmnovize Valentin Hagg, der kokett am väterlichen Watschenbaum rüttelt, für sein Alter meisterlich das verbale Florett führt und letztlich der klösterlichen Einengung mit der Kraft der Fantasie entkommt. Ein Ermutigungsfilm, top besetzt, der zwischen Wehmut und leisem Humor oszilliert und atmosphärisch den Geist Ödön von Horvaths oder Joseph Roths erweckt.

Kinostart von „Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“: 1. März.

Christina Krisch, Kronen Zeitung

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