24.02.2019 08:47 |

Nächste Eskalation

Venezuela-Krise: Oppositionspolitiker vergiftet?

Venezuela ist tief in der Krise: Der umstrittene Präsident Nicolas Maduro hat sein Land in eine Festung verwandelt und lässt keine humanitäre Hilfe für die Bevölkerung ins Land. Kriegsschiffe stoppten ein Schiff mit Hilfsgütern unter Drohungen, Lkws wurden in Brand gesetzt (siehe Video oben). Mehrere Menschen starben an den Grenzen, Hunderte wurden bei Zusammenstößen verletzt. Darüber hinaus sorgen nun Berichte über einen vergifteten Oppositionspolitiker für Aufregung. Bereits davor hatte US-Außenminister Mike Pompeo „Maßnahmen“ Washingtons angekündigt: Die Zeit zum Handeln gegen den „Tyrannen Maduro“ sei gekommen.

Während des Frühstücks in der kolumbianischen Stadt Cucuta in der Nähe der Grenze zu Venezuela habe man den Abgeordneten Freddy Superlano und seinen Assistenten, der auch sei Cousin ist, vergiftet, teilte sein Presseteam auf Twitter mit. Oppositionspolitiker Superlano liege in kritischem Zustand in Spital, sein Cousin Carlos Salinas ist offenbar tot.

Mehrere Berichte folgten, in denen die Droge Burundanga - auch als „Der Atem des Teufels“ bekannt - als das fatale Gift ausgemacht worden sei. Bestätigung für diese Meldungen gibt es nicht, dafür Spekulationen, dass der Giftanschlag entweder erfunden oder inszeniert worden sei, um Maduro dafür die Schuld zuzuschieben.

„Was für ein kranker Tyrann stoppt Nahrung für hungrige Menschen?“
US-Außenminister Pompeo bezeichnete Maduro bereits vor diesen neuen Berichten als „kranken Tyrannen“ und drohte Maßnahmen gegen Gegner der Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela an. Er verurteilte die Gewalt von „Maduros Schlägern“ gegen die Zivilbevölkerung. Nunmehr sei die Zeit gekommen, die verzweifelten Menschen in Venezuela zu unterstützen, kündigte er auf Twitter an. „Was für ein kranker Tyrann stoppt Nahrung für hungrige Menschen?“, schrieb er weiter.

Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaido kündigte am Samstagabend an, er werde am Montag mit US-Vizepräsident Mike Pence und den Außenministern der sogenannten Lima-Gruppe, bestehend aus 14 lateinamerikanischen Staaten, in Bogota zusammenkommen, um nächste Schritte zu besprechen.

Mindestens drei Tote und rund 300 Verletzte an den Grenzen
Die von Guaido mit Unterstützung von Kolumbien, Brasilien, Chile und den USA für Venezuela bereitgestellte humanitäre Hilfe wurde am Samstag an verschiedenen Grenzpunkten von Sicherheitskräften Maduros gestoppt. Sowohl an der Grenze zu Kolumbien sowie an der zu Brasilien kam es zu schweren Zwischenfällen mit mindestens drei Toten und rund 300 Verletzten.

Auf einer der Grenzbrücken zu Kolumbien wurden vier Lastwagen von venezolanischen Sicherheitskräften mit Tränengas und Gummigeschoßen zum Stehen gebracht, nachdem sie eine erste Barriere durchbrochen hatten. Zwei der Lkw gerieten in Brand. Die Lastwagen mit Lebensmitteln und Medikamenten wurden vorläufig von den Grenzübergängen zurückgezogen. Ein aus dem US-Außengebiet Puerto Rico kommendes Schiff mit Hilfsgütern wurde in der Karibik von venezolanischen Kriegsschiffen unter Androhung von Waffeneinsatz abgewiesen.

Maduro: Hilfsgüter-Aktion soll Sturz der Regierung einleiten
Maduro hingegen hält die Hilfsgüter-Aktion seines Kontrahenten Guaido für den Versuch, eine militärische Intervention und den Sturz der Regierung einzuleiten. Maduro bezeichnete den selbst ernannten Interimspräsidenten als „Clown, Hampelmann und Marionette des US-Imperialismus“. Im von einer verheerenden Wirtschaftskrise heimgesuchten Venezuela herrscht ein schwerer Notstand in der Lebensmittel- und Medikamentenzulieferung.

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