Für Loitzl, der damit bei seinen vierten Olympischen Spielen erstmals überhaupt Edelmetall geholt hat, und den zweifachen Bronze-Gewinner in den Individualbewerben im Whistler Olympic Park, Schlierenzauer, war es der erste Olympiasieg. Morgenstern und Kofler waren auch schon im Gold-Team vor vier Jahren in Pragelato/Turin.
Morgenstern schreibt Olympia-Geschichte
Morgenstern schrieb darüber hinaus Olympia-Geschichte, hat er doch den legendären Toni Sailer mit seiner dritten Goldenen im Zeichen der fünf Ringe eingeholt (siehe auch Infobox). "Es ist unglaublich, da kommt mir die Gänsehaut, wenn ich daran denke, mit ihm will ich gar nicht verglichen werden, er war Österreichs größter Sportler und das wird er auch immer bleiben", sagte ein glücklicher Morgenstern. "Es ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen, ich freue mich für das ganze Team, dass die harte Arbeit belohnt worden ist. Es hat perfekt angefangen, der Wuff (Loitzl) hat einen genialen ersten Sprung hingelegt, die Basis gelegt."
Das Team habe freilich gewusst, dass es die Goldmedaille gewinnen könne. "Wir sind heute auf höchstem Niveau gesprungen, es war nicht leicht, wenn man als größter Favorit ins Rennen geht und eine Silbermedaille schon eine Niederlage wäre", erinnerte Morgenstern. Auch der nunmehrige Doppel-Olympiasieger Kofler war überglücklich: "Es ist so schön wie beim ersten Mal, von dem Gefühl kann man nie genug bekommen, das brennt sich hinein, ist etwas ganz Besonderes."
142-Meter-Sprung von Andi Kofler
Kofler steigerte sich nach einem 132-Meter-Sprung im zweiten Versuch sogar auf 142 Meter, musste dafür aber auf den Telemark verzichten. "So schlimm war es nicht, ich habe die Kontrolle gehabt." Und Morgenstern sorgte mit Sicherheitssprüngen auf 135,5 und 135 Meter vor dem letzten Sprung schon für 70,4 Punkte Vorsprung, ehe Gregor Schlierenzauer als letzter Springer des Bewerbs sein Olympia-Debüt mit Gold perfekt machte.
Schlierenzauer segelt auf 146,5 Meter
Wegen Windverzögerungen vor den letzten drei Springern wurde dem Bewerb noch Spannung eingehaucht, Schlierenzauer segelte auf 146,5 Meter hinunter und war dabei einem Sturz sehr nahe. Die Sprungrichter sahen es nicht als solchen, und so konnte er den Vorsprung trotz eines "Fast-Rodlers" sogar noch ausbauen. Bis auf einmal hatte Österreich den Vorsprung auf die Konkurrenz stets ausgebaut und feierte einen völlig ungefährdeten Start-Ziel-Sieg.
Auch Schlierenzauer war danach überglücklich: "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wir haben uns das hart erkämpft, haben in den vier Jahren gut gearbeitet. Da gehören nicht nur die Trainer im Hintergrund, sondern viele Bausteine dazu. Es war eine gewaltige Stimmung, Gänsehaut, mega. Die Hand war nicht im Schnee, es war definitiv sehr weit, vielleicht ein bisschen zu viel Anlauf. Ich bin immer besser in Schwung gekommen, es war ein würdiger Abschluss."
"Das war heute zum Genießen"
"Das war heute wirklich zum Genießen, es waren zwei wirklich gute Sprünge, das hätte früher passieren sollen, aber besser jetzt als nie", freute sich Loitzl, der mit 138 und 138,5 Metern seine beste Leistung zeigte, nach seinem ersten Edelmetall bei Olympischen Spielen. Auch wenn es aus Sicht des Einzelsportler "nur" eine Team-Medaille ist. In seiner langen Karriere war es ihm bei Olympia noch nie nach Wunsch gelaufen, erst bei den Spielen in Kanada, seinen vierten, wurde er überhaupt erstmals im Einzel eingesetzt.
"Es ist etwas ganz Besonderes. Vor dem letzten Sprung war die richtige Spannung fast nicht mehr da, weil der Vorsprung schon so groß war", so der Normalschanzen-Weltmeister von 2009. "Ich habe mich letztes Jahr schon selbst belohnt für eine lange Zeit, das ist jetzt die Draufgabe. Drei Olympische Spiele, wo ich nichts zusammengebracht habe, jetzt die Goldene, das ist etwas Feines."
Toni Innauer "erleichtert"
"Ich bin sehr erleichtert", meinte der Nordische ÖSV-Direktor Toni Innauer. "Alle vier sind befreiter und merklich besser gesprungen als in den Einzelbewerben." Stark präsentierten sich auch die Deutschen mit "Oldie" Martin Schmitt, die sich mit einer fast durchwegs sehr konstanten Leistung Silber verdient haben. Und was machte Doppel-Olympiasieger Simon Ammann? Der ging am Montag Ski fahren. Die Schweiz konnte für den Teambewerb ja keine Mannschaft stellen.
Das Ergebnis im Teamspringen:
1. Österreich 1.107,9
2. Deutschland 1.035,8
3. Norwegen 1.030,3
4. Finnland 1.014,6
5. Japan 1.007,7
6. Polen 996,7
7. Tschechien 981,8
8. Slowenien 958,8
9. Frankreich 419,8
10. Russland 414,1
11. USA 340,0
12. Kanada 294,6
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