So, 17. Februar 2019
11.02.2019 16:40

Neues Ranking zeigt:

Das sind Österreichs mächtigste Wirtschaftsbosse

Wer sind die mächtigsten Topmanager in Österreich? Glaubt man einer Auswertung der Netzwerkanalytiker von FASresearch, dann hat Andreas Treichl - seit Juli 1997 Vorstandschef der Erste Bank Gruppe und vermutlich ab 2020 im Ruhestand - aktuell wohl die meisten Fäden in der Hand. Es folgen Andreas Brandstetter (Uniqa) und Erwin Hameseder (Raiffeisen Holding). Bewertet wurden Umsatzkraft des Unternehmens, Einfluss und persönliche Vernetzung.

Im Zuge der Studie im Auftrag des „Industriemagazins“ wurde auf die Daten des Firmenbuchs, der Privatstiftungen und anderer Netzwerke zugegriffen. Dass die Plätze eins und drei an Banker gehen, sei kein Zufall, heißt es. Diese seien eben überdurchschnittlich stark über ihre Funktionen in Aufsichtsräten von Industrieunternehmen, in Forschungseinrichtungen und Vereinen engagiert.

Erste-Chef Andreas Treichl führt die Auswertung des Jahres 2018 an, Uniqa-Boss Andreas Brandstetter ist die Nummer zwei, Dritter ist Erwin Hameseder (Raiffeisen Holding). Die weitere Reihenfolge: Industrie-Präsident und Unternehmer Georg Kapsch, Siemens-Chef Wolfgang Hesoun und voestalpine-Lenker Wolfgang Eder.

Einzige Frau auf Platz sieben
Auf Platz sieben folgt die einzige Frau unter den Top Ten: Casinos-Austria-Managerin Bettina Glatz-Kremsner (die auch zum engeren Kreis um Kanzler Sebastian Kurz zählt). KTM-Boss Stefan Pierer als Achter schaffte den stärksten Aufstieg gegenüber 2017 (da war er 86.). Komplettiert werden die ersten zehn vom bestens vernetzten Post-General Georg Pölzl und Arnold Schiefer, künftiger Finanzchef der ÖBB, der dem FPÖ-Flügel zugerechnet wird. Insgesamt kamen 1000 Manager in die Wertung.

Neue agile Zellen füllen Vakuum
„Die großen Integrationskräfte der zweiten Republik haben ein Vakuum hinterlassen. In dieses Vakuum stoßen kleine, sich schnell koordinierende Netzwerke rund um Einzelpersonen“, kommentiert Harald Katzmair, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter von FASresearch. Die neuen agilen Zellen müssten demnach „nicht die schwierige Integration vieler Interessen schaffen, um zu einem Entschluss und zu einer Umsetzung zu kommen“. Ob diese neuen Netzwerke - die den Experten entfernt an Social-Media-Blasen erinnern - aber auch das Potenzial haben, die großen Zukunftsfragen zu lösen, wird sich zeigen.

Kronen Zeitung/krone.at

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