Skandal bei Asien-Cup

Jetzt droht Katarern Ausschluss aus dem Finale!

Der WM-Gastgeber von 2022 peilt den ersten großen Titelgewinn an. Katars Nationalmannschaft trifft im Finale des Fußball-Asien-Cups am Freitag (15.00 Uhr MEZ) auf Favorit Japan. Während die Katarer ihr bestes Abschneiden im Rahmen des Kontinentalturniers bereits klar übertroffen haben, peilen die Japaner mit Salzburg-Profi Takumi Minamino den fünften Gewinn der Trophäe an. Vor dem Endspiel in der Zayed Sports City von Abu Dhabi müssen sich die vom Spanier Felix Sanchez Bas betreuten Katarer noch mit einer Beschwerde der Gastgeber herumschlagen. 

Der Verband der Vereinigten Arabischen Emirate monierte Tage nach dem 0:4 im Halbfinal-Duell, dass Katar beim Asien-Cup zwei nicht spielberechtigte Kicker eingesetzt habe. Der asiatische Fußball-Verband AFC untersucht nun die Vorwürfe. Als schlimmste Konsequenz droht Katar der Ausschluss aus dem Turnier. Zeit dafür gibt es eigentlich kaum mehr, das Das Finale in nicht einmal 24 Stunden stattfinden wird. Sanchez war laut eigener Aussage unbesorgt. „Wir fokussieren uns nur auf das Spiel. Alle anderen Dinge, die nicht mit Fußball zu tun haben, sind nicht in unseren Köpfen“, meinte der 43-Jährige.

In die Kritik kam das Emirat durch seine Einbürgerungspraxis. Heute hat fast die Hälfte des Fußball-Nationalteams einen Migrationshintergrund, die meisten der Spieler mit sudanesischen oder algerischen Wurzeln sind laut Verband allerdings in Doha geboren. Die Spieler stehen fast durchgehend in der heimischen Liga unter Vertrag. Der 22-jährige Toptorschütze Almoez Ali (8 Turniertreffer, im Tweet oben) kam im Sudan zur Welt. Er ist einer jener Akteure, gegen deren Einsatz Beschwerde eingelegt wurde.

Super-Gau droht
Denn laut dem Verband der Vereinigten Arabischen Emirate waren sie nicht spielberechtigt. Um spielberechtigt zu sein müsste gemäß FIFA-Artikel 7d ein Spieler ab der Vollendung des 18. Lebensjahres mindestens fünf Jahre durchgängig in dem Land wohnen, für das er spielen will. Oder die Mutter soll wenigstens in Katar geboren sein. Diese Voraussetzungen erfüllen beide Akteure aber nicht.  Almoez Alis Muter stammt aus dem Sudan und der Fußballverband der Emirate legte dem asiatischen Verband offenbar Dokumente vor, die belegen, dass Al-Rawis Mutter in Bagdad zur Welt kam. Jetzt droht den Katarern der Ausschluss aus dem Finale.

Die Beschwerde wird in Katar als Schikane gedeutet. Die politischen Beziehungen zwischen den Staaten sind stark belastet. 2017 hatten unter anderem Saudi-Arabien und die VAE eine Blockade über Katar verhängt. Seitdem liegen die Beziehungen auf Eis. Die Blockade-Staaten werfen dem Emirat Terrorunterstützung vor, was dieses allerdings zurückweist. Sportlich demütigten die Katarer den Gastgeber im Halbfinale. Im Jubel über die Tore duckten sich die Spieler des Weltranglisten-93. einfach weg, als Schuhe und Sandalen der erbosten Heim-Fans auf den Rasen flogen (oben im Bild).

Katarische Anhänger sind kaum auf den Rängen. Auch Medienvertreter sind aufgrund der politischen Lage wenige vor Ort. Stattdessen gibt es Buh-Rufe und Pfeifkonzerte für das junge Team, das ohne Gegentor ins Endspiel einzog. Für den Erfolg Katars dürfte vor allem die 2004 ins Leben gerufene Aspire Sport-Akademie verantwortlich sein. Im 290.000 Quadratmeter großen, 760 Mio. Dollar teuren Trainingszentrum werden Top-Talente ausgebildet. Neben anderen internationalen Fachleuten kam auch Sanchez nach seiner Zeit an der Fußball-Akademie des FC Barcelona nach Doha. Mehrere Jahre lehrte der Katalane an der Akademie, übernahm Jugendauswahlen, ehe er im Sommer 2017 Nationaltrainer wurde.

Japan im Finale klarer Favorit
Wenn Katar nicht ausgeschlossen wird, dann steht der Golfstaat vor dem größten Erfolg seiner Geschichte: Gegen Japan steht laut Sanchez das „wichtigste Spiel in Katars Fußballhistorie“ an. Japan ist favorisiert. Der WM-Achtelfinalist startete alles andere als souverän ins Turnier, im Halbfinale wurde der Iran dann aber 3:0 abgefertigt. Minamino wusste im Angriff wie Nebenmann Yuya Osako zu gefallen. Zuletzt holten die „Blauen Samurai“ 2011 den Titel beim Asien-Cup. Das Finale in der 45.000er Arena von Abu Dhabi dürfte jedoch kein Zuschauermagnet werden. Auch aus Japan sind wenige Fans angereist.

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