30.01.2019 16:56 |

Reform auch im Sommer?

Faßmanns neue Ferien: „Neun Wochen bleiben fix!“

Im ewigen Ringen um Herbstferien an Österreichs Schulen hat die Regierung nun ein Machtwort gesprochen: 2020 steigt die Premiere, teilten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bildungsminister Heinz Faßmann (beide ÖVP) am Mittwoch mit - und das gleich umfangreich: Aufgrund günstig fallender Feiertage können sich die heimischen Schüler im übernächsten Herbst auf zehn freie Tage am Stück freuen. Dafür werden zwei schulautonome Tage sowie die bislang freien Dienstage nach Ostern und Pfingsten geopfert. Minister Faßmann erklärt im „Krone“-Talk die Details und spricht auch über die neue Mathematikmatura.

Die Herbstferien beginnen am Nationalfeiertag (26. Oktober) und enden mit Allerseelen (2. November). Im Schuljahr 2020/21 fällt der Nationalfeiertag auf einen Montag, inklusive der beiden Wochenend-Tage davor kommen Schüler und Lehrer bei der ersten Ausgabe also auf zehn freie Tage in Serie. Kanzler Kurz bekräftigte, den Plan trotz diverser Widerstände seitens der Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter umzusetzen: „Ja, es werden einheitliche Herbstferien kommen“, sagte er nach dem Ministerrat.

Schulautonome Tage „können nicht fürs Familienleben genützt werden“
Bildungsminister Faßmann sagte im „Krone“-Talk, die neue Regelung komme nicht zuletzt den Eltern zugute. „Das Schaffen von einheitlichen Herbstferien ist ein langer Wunsch von vielen, vielen Eltern in Österreich. Ich selbst hab zwei Kinder und eine Lehrerin als Ehefrau, wir hatten drei unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der autonomen Tage, ich weiß also, dass es manchmal schade um diese autonomen Tage war. Man kann sie nicht fürs gemeinsame Familienleben nützen.“ Faßmann betont, die Unterrichtszeit nicht zu kürzen, sondern lediglich umzuverteilen. Und: „Rein rechnerisch bleiben auch schulautonome Tage übrig - je nachdem, wie glücklich der 26. Oktober und der 1. November fallen.“

Schüler brauchen im Sommer Erholung: „Die neun Wochen bleiben fix“
Ein stets umstrittener Faktor bei der Neuordnung der Unterrichtszeit sind naturgemäß die Sommerferien. Nur noch acht statt neun Wochen, diese Forderung wurde zuletzt regelmäßig erhoben. Auch in der jetzigen Diskussion spielten die Sommermonate eine Rolle, im Endeffekt blieb aber alles beim Alten. „Wir dürfen nicht vergessen: Wir haben viele Schülerinnen und Schüler, die ihre Berufspraktika in den Sommermonaten machen, denen muss man auch eine gewissen Erholungszeit geben“, sagt Faßmann. „Wir haben auch Schüler, die eine Nachprüfung machen, die brauchen Lern- und Erholungszeit. Unser Verständnis der Sommerzeit - zwei Monate am Strand liegen oder Langeweile -, das trifft nicht auf alle zu. Die neun Wochen bleiben fix.“

Mathematikmatura neu: Fairer, aber nicht zwingend leichter
Erst am Montag hatte Faßmann ein weiteres größeres Reformprojekt vorgelegt: die neue Mathematikmatura. Sie soll nicht unbedingt leichter, aber fairer werden und den Schülern die Angst nehmen. „Wir haben genau hingeschaut und eine umfangreiche Zuhör-Tour gestartet“, sagt Faßmann im „Krone“-Talk. „Drei Dinge, die wesentlich sind: mehr Textverständlichkeit, Teilleistungen werden mit halben Punkten honoriert und der schriftliche Abschnitt ist zeitlich nicht mehr zweigeteilt.“ Nebenbei spare man damit „etliche Zehntausend, vielleicht sogar Hunderttausend Druckseiten“.

Interessanter Nachsatz: „Wie es ausgeht, ob gleich wieder bessere Ergebnisse da sind, weiß ich nicht. Wir schauen ja nicht darauf, möglichst viele mit möglichst positiven Noten zu haben. Aber es soll fair sein, transparent, lesbar, das war mein Hauptpunkt.“

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