„Krone“-Interview

Paris: Südtirols Antwort auf den „Herminator“

Wintersport
23.01.2019 07:01

Wie Hermann Maier war Dominik Paris einst Maurer. Aber auch Schulabbrecher, Party-Boy, Schafhirte. Jetzt greift der Koloss nach dem vierten Sieg auf der Streif, die er liebt, wie sie ist: eisig und brutal!

„Krone“:Dominik, die Konkurrenz stöhnte nach dem ersten Training teils heftig. Wie gefällt dir die Streif 2019?
Dominik Paris: Wunderschön ist sie (lacht)! Spiegelglatt und unruhig. Ich bin nicht unzufrieden. Und denke übrigens, dass das auch gut für die Sicherheit ist!

Wie bitte?
Erstens sind wir die Weltelite. Da soll’s schon richtig anspruchsvoll sein. Und zweitens: Die richtig wilden Stürze auf der Streif passieren dann, wenn es nicht so eisig und unruhig ist, die Leute glauben, dass sie Vollgas fahren können. So hat jeder Respekt und muss bis Samstag nachdenken: Wie viel riskiere ich, wo kann ich mich vom Rest absetzen?

Nach deinem Sieg 2017 hast du den legendären Spruch geliefert: „Am Hausberg musst du die Eier raushängen, dann bist du vorne dabei!“ Wird dort das Rennen entschieden?
Ja, am Hausberg wird viel entschieden. Du kommst mit einer großen Müdigkeit hin, vor allem mental. Damit sinkt die Konzentration. Und trotzdem musst du es richtig tuschen lassen, wenn du gewinnen willst.

Bist du auch als frisch gebackener Papa bereit, alles zu riskieren?
Mein Sohn Niko macht mich sicher nicht langsamer. Kitz ist pures Adrenalin, eine Gratwanderung. Je schwieriger, desto besser für mich. Aber euer Vincent Kriechmayr zählt auch zu den großen Favoriten. Ihm zuzuschauen, ist einfach eine Augenweide.

Du bist aus der Schule geflogen, warst Maurer, im Alter von 18 Jahren für hundert Tage Kuh- und Schafhirte in der Schweiz. Jetzt bist du dreifacher Kitz-Sieger. Das klingt wie ein Märchen, oder?
Ich hab diese Auszeit auf der Alm gebraucht. War davor zu wild auf dem Weg. Bin lieber mit meinenFreunden um die Häuser gezogen, hab Partys gefeiert, stattmich an Trainingspläne zu halten.Dann war ich hundert Tage nur von Viechern umgeben, hab zu mir gefunden und mich körperlich auf Vordermann gebracht. Danach ist es bergauf gegangen.

Im Sommer hast du als Sängerder Heavy-Metal-Band „Rise of Voltage“ dein erstes Album auf den Markt gebracht. Welche Bedeutung hat Musik für dich?
Ich investiere viel Zeit in diese Leidenschaft, hab sogar alle Texte geschrieben, mich dabei ins Leben anderer Menschen hineinversetzt. Die Musik ist ein wichtiges Ventil für mich!

Alex Hofstetter, Kronen Zeitung

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(Bild: KMM)



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