18.01.2019 11:40 |

Im Interview:

Lackner: Mehr Kontrolle bei kirchlichen Vermögen

Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner plädiert für mehr Kontrolle bei der Verwaltung von kirchlichen Vermögen. In einem Interview mit der Kärntner Kirchenzeitung „Sonntag“ erklärte er in Hinblick auf die Vorwürfe (siehe Lackner bittet um Verzeihung) gegen den ehemaligen Kärntner Bischof Alois Schwarz, er glaube generell, dass es „in der Kirche nicht sein kann, dass viel Vermögen in einer Hand ist“.

Einer der Vorwürfe der derzeitigen Kärntner Kirchenführung an Bischof Schwarz sind ja die wirtschaftlichen Zahlen des Bistums, also des bischöflichen Mensalgutes, über das Schwarz allein verfügen konnte. Ein Prüfbericht ergab, dass das Bistum 2017 einen Verlust von 1,9 Millionen Euro eingefahren hat. Zum konkreten Fall wollte Lackner in dem Interview nicht Stellung nehmen. Grundsätzlich sprach er sich aber gegen Alleinverantwortung aus: „Das Geld gehört nie mir, sondern ist mir treuhändisch anvertraut. Selbst wenn man Letztentscheidender ist, braucht es ein starkes Gegenüber. Das kann eine Kontrollinstanz oder ein Aufsichtsrat sein. Dass da einer allein entscheidet, geht einfach nicht.“

Die Situation in der Diözese Gurk-Klagenfurt bezeichnete Lackner als Anlass, „über die Standards in der kirchlichen Vermögensverwaltung nachzudenken“. Er sehe das auch als Lernprozess für die Kirche, es sei auch bei kleineren Vermögen wichtig, dass es ein Mehraugenprinzip gebe. „In manchen Bistümern ist das ja ein fixer Bestandteil.“

Bezüglich der Ermittlungen der Grazer Anklagebehörde gegen Schwarz und dessen langjährige Vertraute Andrea Enzinger meinte der Erzbischof, man suche einen Weg, um mit der Staatsanwaltschaft gut zu kooperieren. Es gehe auch darum, dass die Ermittlungen sachgerecht erfolgen könnten.

Seitens der Staatsanwaltschaft Graz hieß es auf Anfrage der APA dazu, dass die Ermittlungen erst „ganz am Anfang“ stünden. Sowohl Andrea Enzinger als auch Bischof Alois Schwarz würden als Verdächtige geführt. Allerdings habe man die erstellten Prüfberichte aus Klagenfurt erst angefordert. Sobald diese vorliegen, würden sie geprüft. Es sei noch unklar, ob ein Gutachter dafür notwendig sein wird, weil man sie noch nicht gelesen habe, sagte Sprecher Christian Kroschl. Im Raum stehe derzeit der Verdacht der Untreue, „aber es kann sich strafrechtlich auch etwas anderes ergeben“.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Verbal verunglimpft
Larsson trat zum 2. Mal bei Helsingborg zurück!
Fußball International
ÖVP, FPÖ & SPÖ einig
Durchschnittspensionisten: 30 Euro mehr ab 2020
Österreich
„El Nino“ hört auf
Spanien-Goalgetter Torres beendet seine Karriere
Fußball International
„Ablenkungsmanöver“
Kopftuchverbot-Ausweitung: Massive Kritik an ÖVP
Österreich
Überraschende Aussage
Ismael: Keine Verschiebung? „Sehe es als Vorteil“
Fußball National
Auf Pfeiler zugerast
Box-Superstar Fury spricht über Selbstmordversuch
Video Sport-Mix

Newsletter