So, 17. Februar 2019
17.01.2019 11:30

Intensivstation

Transplantationsklinik mit einem neuen Herzstück

Die Transplantationschirurgie an der Klinik Innsbruck genießt Weltruhm. Schon in den 1980er-Jahren wurde hier Pionierarbeit geleistet. Jetzt begibt sich das Team um Klinik-Direktor Dietmar Öfner-Velano und Chirurg Stefan Schneeberger wieder auf neues Terrain - in einer der modernsten Intensivstationen Europas.

Die Mitarbeiter sind da, die Klinikseelsorger und die Führung der Tirol Kliniken. Partystimmung in der Intensivstation! Die um 2,5 Millionen Euro renovierte Einheit an der Klinik für Transplantationschirurgie in Innsbruck wurde am Mittwoch eingeweiht. Noch ist sie leer. Ab 28. Jänner werden hier Patienten versorgt.

Neuer Rekord bei den Lebertransplantationen
Innsbruck gehört zu den wichtigsten Transplantationszentren Europas. Jedes Jahr werden hier u. a. rund 130 Nieren, 15 bis 20 Herzen, zehn bis 15 Lungen und mehr als 80 Lebern verpflanzt. Als einziges Krankenhaus in Österreich führt Innsbruck Lebertransplantationen für Kinder mit Lebendspenden durch. Dabei können Erwachsene einem Kind einen Teil ihrer Leber spenden. Und als eines der wenigen Zentren in Europa verfügt Innsbruck seit kurzem über ein so genanntes Perfusionsgerät, mit dem eine Leber länger konserviert und bei Bedarf vor dem Einpflanzen besser aufbereitet werden kann. „Diese Möglichkeiten haben dazu beigetragen, dass wir 2018 mit 86 Lebertransplantationen einen neuen Rekord verzeichneten“, erklärt Chirurg Stefan Schneeberger. Bisher mussten die Mediziner darauf hoffen, dass zum richtigen Zeitpunkt ein ideales Organ verfügbar ist.

Immer mehr Organe stehen zur Verfügung
Doch da geht noch mehr, sagen Klinik-Direktor Dietmar Öfner-Velano und Chirurg Schneeberger. Die Forschung eröffnet bislang ungeahnte Möglichkeiten. „Wir gehen davon aus, dass der Pool an Organen für Transplantationen in den kommenden Jahren deutlich erweitert werden kann“, führt Öfner-Velano aus. Worauf der Klinik-Chef anspielt: Durch die modernen Perfusionsgeräte für die Durchblutung wird es zunehmend möglich, bisher ungeeignete – weil schadhafte – Organe für eine Transplantation aufzubereiten. Öfner-Velano: „Ein zweites Gerät ist bereits beantragt.“

Ein neues Organ aus dem Kühlschrank
Eine Revolution könnte eine weitere Entwicklung auslösen. Schneeberger: „In zehn Jahren ist es vielleicht schon möglich, Organe einzufrieren, um sie bei Bedarf verfügbar zu haben.“ Noch ist diese Methode nicht ausgereift. Doch die Innsbrucker Mediziner hoffen, dass ihr Zentrum eines der ersten mit diesem Verfahren sein wird. Dann muss die eben fertiggestellte Intensivstation wieder umgebaut und um einen Hightech-Kühlraum erweitert werden. Bis dahin freuen sich Ärzte und Pflegepersonal über die Möglichkeiten, die ihnen jetzt schon geboten werden.

Claudia Thurner
Claudia Thurner

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