Mo, 21. Jänner 2019

Die Motivfrage bleibt

12.01.2019 10:29

Ein Geständnis nach Tagen des Schweigens

Seit seiner Festnahme zu Weihnachten sagte Peter S. (17, Name geändert) kein Wort. Bis zum Mittwoch, als er gegenüber der Neuro-Psychiaterin auspackte und ein Geständnis ablegte. Demnach hat er am 20. Oktober die Zellerin Irene P. (20) erschossen. Mit einer umgebauten Schreckschusspistole. Aber was war sein Motiv?

S. ist ein ruhiger, introvertierter und waffenbegeisterter Einheimischer. Bis zuletzt arbeitete der Thumersbacher in einem Skiverleih in der Pinzgauer Bezirksstadt. Dort nahm ihn die Polizei zu Weihnachten fest. Dabei trug er die vermeintliche Tatwaffe, eine umgebaute Schreckschusspistole der Marke Zoraki Mod 917, Kaliber 9 Millimeter. An jenem Oktober-Tag feuerte er gegen 21.30 Uhr viermal mit dieser Pistole auf Irene, drei Kugeln trafen ihren Oberkörper. Sie verblutete direkt vor ihrer Haustür an den inneren Verletzungen, stellten Gerichtsmediziner fest.

Zweieinhalb Monate später scheint der Mordfall gelöst. Dabei spielte auch der Zufall eine Rolle. Alarmierender Anruf und die Worte des FreundesDenn: S. verlor einen Tag vor Weihnachten die Nerven. „Ich glaube nicht, dass ich da noch raus komme. Ruf keine Bullen an“ schrieb er einem Deutschen in einem Online-Chat, drohte dabei mit einem Amoklauf. Nachsatz: „Und eine Kugel spar ich mir für mich auf.“

Das wurde den hiesigen Polizisten gemeldet, die S. daraufhin festnahmen. Die entscheidende Verbindung zum Mordfall lieferte der beste Freund, ein Piesendorfer (18): „S. hat mir gegenüber gestanden, dass er die Irene getötet hat“, erzählte er in seiner Einvernahme.

Der Tatverdächtige sagte dazu nichts. Mehr als zwei Wochen verweigerte er eine Aussage, verzichtete auf eine Haftprüfung. Bis jetzt.

Weitere Details, wie das Motiv, will der Verteidiger noch nicht bekannt geben. Offenbar hegte S. aber Groll gegenüber Irene. Wegen einer Suchtgiftanzeige.

Dies ließ der Freund durchblicken: S. kannte Irene, kaufte bei ihr mehrmals Cannabis - 50 Gramm. Als sie erwischt wurde, bekam er eine Anzeige. Gerichtlich hatte dies aber für ihn kein Nachspiel, im Gegensatz zu Irene, die kurz in U-Haft saß.

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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