Ergreifende Szenen

Tränen für toten Klub-Boss: Leicester stand still

Fußball International
11.11.2018 08:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Emotionaler Ausnahmezustand in Leicester: Die „Foxes“ gedachten gestern ihres tödlich verunglückten Klubchefs Vichai Srivaddhanaprabha. 15.000 nahmen am Schweigemarsch zum Stadion teil. Beim 0:0-Heimremis gegen Burnley flossen viele Tränen.

Zwei Wochen nach dem Unfall-Drama um Klubboss Vichai Srivaddhanaprabha hatte Leicester gestern einen weiteren schweren Gang vor sich. Im King-Power-Stadium absolvierten die „Foxes“ ihr erstes Heimspiel nach der Tragödie. Nahe des Stadions war am 27. Oktober der Hubschrauber mit dem Thailänder und vier weiteren Insassen an Bord kurz nach dem Start abgestürzt - alle fünf starben!

0:0 im Hintergrund
 Das 0:0 gegen Burnley rückte gestern in den Hintergrund, die Stadt gedachte dem 60-Jährigen: Am Vormittag nahmen 15.000 an einem Schweigemarsch vom Zentrum zum Stadion teil, nahezu alle legten ihre Arbeit nieder, in vielen Winkeln Leicester hingen Fotos von Srivaddhanaprabha.

Eine Ausnahmezustand, wie er auch rund ums Stadion herrschte: Trikots mit der Nummer eins und dem Schriftzug „Vichai“ waren der Renner im Fanshop, auf der Vorderseite stand schlicht „The Boss“. Im Gedenken an jenen Mann, der Leicester mit dem Meistertitel 2016 eine unvergessliche Sternstunde bereitete und für den nun vor dem King Power Stadium eine Gedenkstätte errichtet wird.

Sprechchöre und Schals
 Auch im Stadion herrschte Gänsehaut-Atmosphäre: 45 Minuten vor Anpfiff waren alle 32.000 Plätze besetzt, die Fans stimmten Sprechchöre für ihren Helden an, hielten weiße Schals mit der Aufschrift „Für immer in unserem Herzen“ in die Höhe. Beide Teams trugen Trauerflor, zur Schweigeminute vorm Ankick fand sich nebst Claudio Ranieri, Meister-Trainer 2016, auch die Familie von Srivaddhanaprabha auf dem Platz ein. Viele Tränen flossen, ein Video über den verunglückten Klubchef bewegte alle.

Leicester-Legionär Christian Fuchs zeigte sich ebenfalls tief bewegt: „Die letzten beiden Wochen waren für uns alle sehr emotional. Wir werden Vichai nie vergessen.“

Peter Moizi (aus Leicester), Kronen Zeitung

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